Samstag, 4. Oktober 2014

Tod dem Hochnebel und willkommen Oktobersommer

Hallo,

Oktober, das ist der Inbegriff der Saure-Gurkenzeit beim Wetterblog. Die Dynmaik des Sommers ist weg und die des Winters noch nicht da, die Natur gibt sich in mehreren Farbstufen dem Verfall hin und wenn es die Sonne überhaupt noch durch Nebel und Wolken schafft so ist es mehr eine matte Sache eher denn herzerwärmend. Genug der Suderei, das einzige Vernünftige das man im Flachland tun kann ist sich mal so einen Nebelsud von oben anzusehen....



Das ist die Europäische Tageslichtaufnahme von 13:40. Zu sehen.... eine Kaltfront über GB und Frankreich, ein Nebelstrang vom Waldviertel über den Zentralraum und das Innviertel, Südbayern bis in den Raum Zürich. Über Ostösterreich liegt er fleckig auch, dort aber zusätzlich durch mittelhohe Wolken getoppt.

Den direkten Abdruck gibt es in der Temperaturanalyse für den Alpenraum:



Die Erklärung für den Hochnebel ist prinzipiell einfach. Vor ein paar Tagen ist die Strahlungsbilanz bei uns negativ geworden, dh, gibt es keine Wolken und keinen Luftmassenaustausch, so verliert ein Punkt Erde bei uns in der Nacht mehr Energie als er tagsüber durch die vom Himmel fallende Sonne weider rein bekommen kann. Durch den Kontakt mit dem Erdboden wird so auch die unterste Atmosphärenschicht, (die Grenzschicht) sukzessive gekühlt. Die Schichtung wird stabil, es bildet sich am Oberrand der Grenzschicht ein Deckel durch den so gut wie nix mehr durchkann. Sobald an diesem Deckel Kondensation einsetzt ... hamma ihn.. den Hochnebel. Was kann dem Hochnebel was anhaben ? Turbulente Durchmischung durch starken Wind (mit Ausnahmen) , Abkühlung oberhalb (Verringerung der Stabilität) sowie Zirkulationsprozesse am Rand der Nebelsuppe. Wenn sich so ein Feld auflöst geht das nie von der Mitte sondern vom Rand aus, der Mechanismus nennt sich thermisch direkte Zirkulation.

Wieso sind die Alpentäler wolkenfrei ? Nun da sind die o.g. Zirkulationsprozesse, durch Hang, Talwindsysteme unterstützt stärker und effektiver, sodass sich eine Talwanne leichter vom Nebel befreien kann als ein Flachländer.

Zeit für das große Bild und den Ausblick (denn der ist vielleicht nebelfeindlich !)




Der Nordatlantikausschnitt zeigt die bereits im oberen Abschnitt angesprochene wellende Kaltfront, sowie ein Tiefdrucksystem vor Island, wie auch eines ehemals tropischen Urspungs am westlichen Bildrand über dem Mittelatlantik.

Um das Bild zu komplettieren, die anderen Satellitenkanäle zu diesem Zeitpunkt:

IR, Geopotential



Wasserdampf:


Insgesamt hat man den Eindruck recht reger Aktivität am Atlantik und der Laie könnte meinen, dass uns in den nächsten Tagen vielleicht ein Kaltfrontdurchgang aus Westen ins Haus steht, der den Nebel genauso ausräumen würde.

Zu früh gefreut, es passiert was anderes, was nicht aus dem JETZT ersichtlich ist, aber um das zu beleuchten, gibts ja den Herrn Blogger. AAAAAAAlso:


Schaun wir ins Modell des Vertrauens, das ECMWF:


Bis morgen Mittag ist ein Teilsystem des ehemals tropischen Systems ganz im Westen in die Fänge der Isländerin geraten, die heutige Front über GB und Frankreich ist kaum mehr der Rede wert, sie liegt irgendwo dort im Sterben. An der Vorderseite der sich nun aufsteilenden Isländerin kommt allmählich kräftige Warmluftadvektion nach Norden in Gang...


Man kann schon erahnen, dass das Tief nicht mehr weiter nach Osten vorankommt und daran ist es selber schuld. Die Warmluftadvektion baut einen Keil davor auf (das ist die Folge der Geopotentialgleichung :-D) und damit ist der Einmarsch in Europa gestoppt.

Zwar wird Richtung Dienstag die Kaltfront des Systems peitschengleich um die Periferie des Systems zu uns herein gewirbelt ...



.. allerdings bildet sich westlich von Spanien rasch eine neue Welle an der ziehenden Frontalzone und beginnt die Strömung abermals aufzusteilen ...



.. womit wir Richtung Mittwoch / Donnerstag im Modell des Vertrauens im Zustrom hochreichend warmer Luft nordafrikanischen Ursprungs liegen, ein paar Föhntendenzen gib's noch dazu...


die Höhenwerte...



von 16 , 17 Grad in 850 hPa reichen von Mai bis August für zahlreiche 30-er, in den Tälern und im Flachland. Jetzt im Oktober ist das natürlich dann schon so eine Sache, dass es nicht mehr komplett durchmischen wird, zumindest nicht ohne fremde Hilfe wie z.B Föhn. Da kanns dann schon sein, dass wir Ende der neuen Woche im Heiligen Land (Tirol oder auch im Land der 6 Gaue (namentlich Flach-, Tennen-,Pinz-, Pongau) dem 30-er des Nachmittags näher sein werden als dem 20-er. Und die Erfahrung lehrt, es gibt eine nicht geringe Chance, dass auch zwar die Inversion im Flachland nicht komplett ausgeräumt wird, aber so dehydriert (entfeuchtet) wird dass sich an ihrem Deckel kein Wolkerl mehr bildet.

Also... die Aussichten könnten übler sein....

In diesem Sinnen LG !

Manfred

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