Dienstag, 15. März 2011

Milder Frühlingsregen im Anmarsch

Hallo,

gestern gab es im Osten Österreichs ein weiteres unmißverständliches Zeichen dafür zu erleben, dass der Frühling im Vormarsch ist: Die ersten Gewitter gingen an der Grenze zwischen Niederösterreich und dem Nordburgenland nieder:




Da war ausser Platzregen und etwas Grummlerei zwar nicht allzu viel dahinter, dennoch zeigt es an dass bei geringer Labilität die Einstrahlung schon stark genug ist, den Deckel zu durchbrechen. Und ein bisschen Hilfe durch eine Konvergenzlinie war auch dabei. Deutlich mehr Gewitter gab es später am Tag übrigens an der Grenze zwischen Ungarn und der Slowakei.

Zur aktuellen Lage:


Das Satellitenbild sieht denbar verworren aus. Erkennen kann man jedenfalls gut das für uns relevante Tiefdruckgebiet mit seinem Kern vor Portugal. Die Frontenlegung mag auf den ersten Blick etwas unorthodox erscheinen, dennoch hat sie ihre Berechtigung, die man dann zugestehen kann, wenn man sich ansieht wie es zu diesem Bild gekommen ist. Der Loop der letzten 72 Stunden zeigt es ausnehmend schön:






Nun, das Zentrum dieses Tiefs wandert langsam, aber beharrlich nach Nordosten und steuert direkt die Alpen an. Nach neuerlichem Aufleben des Föhns heute und am Mittwoch heisst das nichts anderes, als dass sich die Okklsuion des Tiefs aus Süden und Südosten an die Alpen heranzwirbelt, wir die Animation der Niederschlagsmengen bis Freitag zeigt:


Aus der Form der Niederschlagsfelder lässt sich folgender Ablauf skizzieren. Am Mittwoch nähert sich der Höhentiefkern aus Südwesten und schiebt an seiner Vorderseite eine Okklusion aus Süden zu den Alpen. Richtung Donnerstag nähert sich ein zweiter Kern aus Süden mit Kurs auf Ungarn, die Höhenströmung über den Alpen dreht mehr auf Ost und später Nordost, bis das Tief letztendlich abzieht und Restfeuchte aus Norden zu den Alpen schiebt.

Hierbei liegt natürlich noch gehörige Unsicherheit in den Quantitäten, da solche kleinen Kerne unmöglich auf 72 genau determiniert werden können. Seit 2 Monaten sehe ich jedenfalls das erste Mal wieder ein Potential, dass lokal 50mm und mehr als Regen fallen werden (irgendwo im Süden oder Südosten) und das bei einer Schneefallgrenze weit jenseits der 1000m.

sonnigen Tag wünschend

lg

Manfred

Montag, 14. März 2011

Kleine Nachbetrachtung des Föhns, weitere Aussichten

Hallo,

das Föhnereignis am Sonntag, noch viel mehr am Samstag fiel ja letztendlich relativ kräftig aus. In der Föhnhauptstadt Österreichs, in Innsbruck, wurden an beiden Stationen (Uni und Flughafen) jeweils mehr als 100 km/h in Böen gemessen:

Ein Blick auf die Temperaturverteilung bzw. die Äquivaltenpotentielle Temperatur offenbart hier ein paar Schmankerln:

 

In Innsbruck wurde eine Temperatur von 13,7 Grad gemessen, am Sattel des Wipptals, am Brenner eine von 3,1 Grad. Macht eine Temperaturdifferenz von 10,3 Grad, der Höhenunterschied der Stationen beträgt ziemlich genau 800m. Eine isentrope Erwärmung von 0.98K pro 100m annehmend, *fehlen* erstmal unerklärbare 2.6 Kelvin, die die Luft in Innsbruck potentiell wärmer war als am Brenner. Es legt also nahe, dass da oberhalb der kalten Inversionsluft, die von Südtriol her über den Brenner geschwappt ist, noch eine etwas wärmere Schicht war, die ganze Föhnströmung durchs Wipptal also nicht ein 2-Schichtenmedium ist, sondern ein Mehrschichtsystem darstellt. Schaut man auf den Patscherkofel zur selben Zeit, findet man eine Temperatur von -2°. Isentropes Absinken nach Innsbruck würde eine Temperatur von ziemlich genau 14.7°C ergeben, also ein bisschen mehr als das was gemessen wurde... also: eine geschichtete Föhnströmung, die Luft die in IBK ankam originiert also irgendwo aus der Mitte.. nicht von ganz oben, aber auch nicht von ganz unten.

Gehen wir zum Sonntag und zwar in den Osten.



Hier wurden in Wien und Umgebung teils mehr als 18 Grad erreicht. Ein Blick auf das Stationspaar Rax-Wien City zeigt einen Temperaturunterschied von 13.7 K, die Höhendifferenz beträgt genau 1410m, es herrscht also eine isentrope Schichtung, Wien profitierte also von Föhnluft, die vom Raxniveau heruntergestiegen ist.

 Nimmt man das Stationspaar Mönichkirchen-Wien her, so beträgt die Temperaturdifferenz 10 K, der Höhenunterschied beträgt aber nur 820m. Somit ist da ein bissl was *zu viel*. Es kann also gut sein, dass da wohl potentiell etwas kältere Luft über den Wechsel gedrückt wurde, das Flachland aber die Luft über Rax, Schneeberg und das südliche Wr. Becken geliefert bekommen hat, die ein Äutzerl wärmer war.

Durch den Rückgang des Druckgradienten ist der Föhn heute erstmal deutlich schwächer... zur aktuellen Siuation:


Begründet ist die vorübergehende Abnahme durch den Durchzug der kleinen Welle über Deutschland. Bis zur Wochenmitte verschiebt sich aber der massive Tiefdruckkomplex vor Spanien in Richtung Oberitalien, neuerlich auflebender Föhn wird alsbald Richtung Donnerstag von teils kräftigem Regen abgelöst, wie die Niederschlagsanimation zeigt..


Die Schneefallgrenze bleibt dabei bis auf Weiteres im Mittelgebirgsniveau.

Lg

Manfred