Hallo,
heute ein kurzer Eintrag zur Entspannung ;) Wie das Amen im gebet folgt auf die meisten Warmfronten eine Kaltfront. So auch morgen. Die ist aber recht speziell, eine so genannte schleifende Front.
Am Anfang sieht alles recht einfach und klar aus:
Die Front erreicht zeitig in der Früh Tschechien und kommt auch zügig weiter Richtung Österreich voran.
Am Vormittag erreicht die Kaltluft den äußersten Nordosten. Gleichzeitig sieht man aber eine Stagnation über Deutschland, mit gutem Willen kann man erkennen, dass hier die Front warmaktiv wird und die Warmluft noch einmal nach Osten schiebt...
Tatsächlich kommen im Tagesverlauf noch einmal höhere ThetaE Werte nach Osten voran, gleichzeitig sieht man aber östlich von England, dass dies nur von kurzer Dauer sein kann. Hier kommt behende Kaltluft nach Süden ...
und bereits wenige Stunden erreicht dieser zweite, deutlich herzhaftere und motiviertere Kaltluftvorstoss Österreich.
Aus einem 08/15-4711 Frontdurchgang in Österreich wird dadurch ein hin und Herpendeln der Front, das sich über 24 Stunden zieht, anstatt in 1.5 Stunden gegessen zu sein. Die Folge: Teils recht hohe Regenmengen vom Mühlviertel bis ins östliche Waldviertel.... und auch der Osten bekommt seine Portion ab ...
Was bringt die Polarluft ? Temperaturen kaum über 10 Grad von Freitag bis Sonntag im Osten, wenigstens aber Sonnenschein. Der Westen dürfte rascher wieder auf die Butterseite fallen (Südwind)...
Lg
Manfred
Dienstag, 11. Oktober 2011
Samstag, 8. Oktober 2011
"Brutale" Warmfront
Hallo,
wie erwartet ist gestern mit viel Schwung Ex Ophelia's Kaltfront durchgegangen und hat binnen 24 Stunden den Übergang vom Spätsommer zum Spätherbst zu Stande gebracht. Da die Medien eh voll mit Daten zu dem Ereignis sind, spare ich mir hier eine gesonderte Erwähnung, sondern lasse nur ein Satellitenbild für sich sprechen:
Ein traumhaft schön zu beobachtende Frontverschärfung hat über den Alpen stattgefunden, wie , ohne mich selbst zu loben, am Mittwoch eh auch auf diesem Blog vorhergesagt.
Damit die Augen nicht wie so oft in die Vergangenheit gewendet bleiben, lasset uns nun in die Zukunft schweifen. So heftig die Kaltfront war, sie hat am Montag ein Gegenstück.... eine ebenso kräftige Warmfront wird uns beglücken.
So sieht dies Fröntlein im Moment auf dem Satellitenbild aus:
Schaut auf England und Frankreich: Das dunkelgraue Wolkenband markiert eine Warmfront. Manche könnten meinen, dass diese Front eher mickrig aussieht. Wie so oft täuscht aber der erste Eindruck.
Es handelt sich um eine äußerst markante Warmfront, wissenschaftlich gesehen vom Subtyp Warmfrontband (im Gegensatz zum viel häufigeren Warmfrontschild).
Der Luftmassenunterschied an der Front ist extrem, wie in Blick auf die äquivalentpotentielle Temperatur zeigt:
17 ° C Äquipot in 850 hPa (ca 1500m) in der trockenen Kaltluft vor der Front (vor der norwegischen Küste) stehen 65°C der selben Größe im Warmsektor über Irland gegenüber. Hier kommt feucht-warme Luft subtropischen Ursprungs herein.
Zur Rekapitluation: Die Äquipot. Temperatur ist ein Maß für den Energieinhalt der Luft. Sie vereint
- Energie der Lage (Höhe)
- innere Energie (kinetische Energie der Moleküle, vulgo Temperatur ..)
- latente Energie (Wasserdampf)
in sich und ist ein idealer Parametr um verschiedene Luftmassen von einander zu unterschieden.
Die Front überquert Österreich bis Montag Abend und bringt Regen. Die Schneefallgrenze steigt dabei von anfangs 800m auf über 2000m an ....
.. dabei kommen nördlich des Alpenhauptkammes erneut teils große Niederschlagsmengen zusammen ... :
.. die anders als bei Kaltluftstau auch wirklich auf den Alpenhauptkamm und auch etwas südlich davon durchgreifen (eine typische Eigenschaft von Warmfronten).
Detail am Rande: Schaut auf der letzten Karte Richtung Griechenland. DAS passiert, wenn um diese Jahreszeit polare Kaltluft (die von heute) das Mittelmeer erreicht ....
Die nächste Woche verspricht dann wettertechnisch abwechslungsreich (Westdrift) , dabei aber auch recht mild zu werden...
Schönen Samstag Abend
Lg
Manfred
Hinweis in eigener Sache: 2 neue Loops sind im Linkkastl verfügbar: Äquivalentpotentielle Temperatur und Wahrscheinlichkeit für Böen größer 75 km/h !
wie erwartet ist gestern mit viel Schwung Ex Ophelia's Kaltfront durchgegangen und hat binnen 24 Stunden den Übergang vom Spätsommer zum Spätherbst zu Stande gebracht. Da die Medien eh voll mit Daten zu dem Ereignis sind, spare ich mir hier eine gesonderte Erwähnung, sondern lasse nur ein Satellitenbild für sich sprechen:
Ein traumhaft schön zu beobachtende Frontverschärfung hat über den Alpen stattgefunden, wie , ohne mich selbst zu loben, am Mittwoch eh auch auf diesem Blog vorhergesagt.
Damit die Augen nicht wie so oft in die Vergangenheit gewendet bleiben, lasset uns nun in die Zukunft schweifen. So heftig die Kaltfront war, sie hat am Montag ein Gegenstück.... eine ebenso kräftige Warmfront wird uns beglücken.
So sieht dies Fröntlein im Moment auf dem Satellitenbild aus:
Schaut auf England und Frankreich: Das dunkelgraue Wolkenband markiert eine Warmfront. Manche könnten meinen, dass diese Front eher mickrig aussieht. Wie so oft täuscht aber der erste Eindruck.
Es handelt sich um eine äußerst markante Warmfront, wissenschaftlich gesehen vom Subtyp Warmfrontband (im Gegensatz zum viel häufigeren Warmfrontschild).
Der Luftmassenunterschied an der Front ist extrem, wie in Blick auf die äquivalentpotentielle Temperatur zeigt:
17 ° C Äquipot in 850 hPa (ca 1500m) in der trockenen Kaltluft vor der Front (vor der norwegischen Küste) stehen 65°C der selben Größe im Warmsektor über Irland gegenüber. Hier kommt feucht-warme Luft subtropischen Ursprungs herein.
Zur Rekapitluation: Die Äquipot. Temperatur ist ein Maß für den Energieinhalt der Luft. Sie vereint
- Energie der Lage (Höhe)
- innere Energie (kinetische Energie der Moleküle, vulgo Temperatur ..)
- latente Energie (Wasserdampf)
in sich und ist ein idealer Parametr um verschiedene Luftmassen von einander zu unterschieden.
Die Front überquert Österreich bis Montag Abend und bringt Regen. Die Schneefallgrenze steigt dabei von anfangs 800m auf über 2000m an ....
.. dabei kommen nördlich des Alpenhauptkammes erneut teils große Niederschlagsmengen zusammen ... :
.. die anders als bei Kaltluftstau auch wirklich auf den Alpenhauptkamm und auch etwas südlich davon durchgreifen (eine typische Eigenschaft von Warmfronten).
Detail am Rande: Schaut auf der letzten Karte Richtung Griechenland. DAS passiert, wenn um diese Jahreszeit polare Kaltluft (die von heute) das Mittelmeer erreicht ....
Die nächste Woche verspricht dann wettertechnisch abwechslungsreich (Westdrift) , dabei aber auch recht mild zu werden...
Schönen Samstag Abend
Lg
Manfred
Hinweis in eigener Sache: 2 neue Loops sind im Linkkastl verfügbar: Äquivalentpotentielle Temperatur und Wahrscheinlichkeit für Böen größer 75 km/h !
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