Montag, 22. Oktober 2012

Von nun an geht's bergab ...

Hallo,

die heutige ist Überschrift ist frei nach einem Klassiker von Hildegard Knef motiviert, mit dem man sich lohnenswerter Weise direkt über YouTube bilden kann...

Eine Woche ist seit der Ankündigung des SuperMegaThriller Föhns hier auf diesen Blogseiten vergangen, was ist daraus geworden ?

Zwar dürfte kein einziger Baum umgeworfen oder zu Schaden gekommen sein, gefallen sind andere Dinge, nämlich ein paar Allzeit-Oktoberrekorde der Temperatur im Alpenraum, siehe entsprechende Pressemitteilungen.

Ein Blick auf die Höchstwerte vom Freitag macht das klar:


28,7° in Sax/CH
28.1° in Bad Kohlgrub/DE
27,6° in Dalaas (nicht Dallas !!)/ VBG
27,1° in Reutte / TIR

.. damit hatte ich wohl nicht zuviel versprochen. Sensationell auch die Temperaturen auf den Bergen, in 1500m Höhe sank die Temperatur auch in der Nacht in der warmen Föhnluft kaum unter 20°... Beispiel die Rax:


Das Flachland ist nie in der Genuß dieser Luftmassen gekommen, das einzig Spannende war hier die Antwort auf die Frage wann/wie der Nebel einfällt und ob er auch wieder brav aufgeht..

Seitdem haben wir einen ganzen zarten Rückgang der Temperaturen hinnehmen müssen, nicht, weil so etwas wie eine Kaltfront durchgezogen ist, sondern einfach deswegen, weil der Import der warmen Luftmassen aus Nordafrika gestoppt wurde und die hier lagernden, warmen Luftmassen seit gestern dem Gesetz der negativen Strahlungsbilanz Ende Oktober, also der Allmählichen Auskühlung einer glühenden Herdplatte ohne Strom gleich, unterworfen sind.

Der Grund in 3 Bildern:




Die steuernde Atlantikzyklone, an deren Vorderseite die Warmluft wie auf einem Förderband nach Norden geschaufelt wird, ist ziemlich weit im Westen und noch dazu auf Südkurs, sodass das Förderband uns einfach nicht mehr erreicht...


..sondern sich mehr und mehr nach Frankreich oder noch weiter nach Westen verlagert. Über Zentraleuropa macht sich in Folge dieser retrograden Entwicklung (das ist eine, wo sich unsere steuernden Systeme nach Westen anstatt wie für gewöhnlich nach Osten verlagern) ein Hoch breit und in diesem Hoch geht die natürliche Abkühlung der Luft einfach aufgrund der mangelnden solaren Strahlung in dieser Jahreszeit in den nächsten Tagen weiter.

Das ist aber auch nicht alles, denn hoch im Norden holt der Polarbär schon tief Luft, um uns Richtung Ende der Woche einen ganz besonderen Huster zu bescheren, der mit dem ersten Schneefall/Schneeregen bis ins Flachland und in weiterer Folge flächendeckendem Bodenfrost enden könnte. Und all das nur weil sich das Tief im Westen zurückzieht. Die Abfolge in kommentierten Bildern der relativen Topografie, also der atmosphärischen Mitteltemperatur, sowie des Bodendrucks.

Wir beginnen nochmals mit dem Jetzt:


Tief im Westen, fast über dem Mittelatlantik, Hoch über Zentraleuropa.

Morgen zu Mittag:


Das Atlantiktief rutscht weiter nach Süden, sein Warmluftförderband gleitet weiter nach Westen und baut das Hochdruckgebiet nach Westen hin auf, worauf sich auch unser Hoch weiter nach Westen verlagert und etwas schief wird.

Mittwoch Mittag:


Österreich ist schon ziemlich am Rand des Keils (Höhenhoch), über dem Norden Skadinaviens wird es schon recht blau, hier erfolgt ein Trogvorstoß, angefüllt mit arktiscvhen Luftmassen und sie sind auch in Zeiten der Erderwärmung recht kalt...

Der Donnerstag:


Fast nichts ist mehr vom ehemaligen Hoch zu sehen, viel mehr springt nun eine durchgehende Rutschbahn von Nordwest nach Südost über Zentraleuropa hinweg ins Auge und auf der rutschen so einige Kaltfronten in unsere Richtung.

Freitag, der Tag der Fahne:


Die erste kräftige Kaltfront erreicht uns aus Nordwesten, die Schneefallgrenze sinkt dabei ins Hügelland...

Samstag (Tag der Alkoholfahne)


Im gewählten Modell verwellt die Front über Österreich, über Norditalien bildet sich ein schwaches Tief, man kann annehmen, dass hier nochmals Warmluft aus Süden über den Kaltluftkörper aufgleitet und Schneefall bis weit herunter verursacht...

Sonntag (letzter Tag des langen Wochenendes):


Die Welle zieht nach Osten ab und macht endgültig die Bahn frei für die Polarluft, die durchaus Dezember/Jännercharakter hat. Selbst am Neusiedlersee würde man nur noch and 3 bis 4 Fingern abzählbar viele Plusgrade erwarten ...

Soweit der Trend, der ziemlich sicher aus der Sicht einer beurteilug der Großwetterlage so kommen wird. Mit dieser Formulierung lässt man sich offen, ob der aus der retrograden Entwicklung des Tiefs über dem Atlantik resultierende Trogvorstoss aus Nordwesten bei uns, bei den Briten oder den Kollegen in der Ukraine runterkommt ;) Denn das wäre die typische Variationsbreite auf diese Frist.. mein Bauchgefühl sowie die Konstanz der Modelle über die letzten Tage sagen mir aber irgendwie, dass er ziemlich genau bei uns mit der kältesten Luft (Kernmasse) aufschlagen wird...

Letzte Chance für frostempfindliches Grünzeug, rein damit.

Lg

Manfred

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