Hallo,
der erste Kat5 Wirbelsturm der nördlichen Saison (Igor und Konsorten waren ein *Dreck* dagegen), der Taifun Megi hat erwartungsgemäß die nördlichste der Philippinenhauptinseln, Luzon, überquert, nahe der Stadt Laoag.
Die Überquerung der Insel hat dem Supertaifun aber schwer zugesetzt, denn über Land geht ihm die Nahrung bestehend aus latenter Wärme (Dampf) rasch aus. Mittlerweile ist der Sturm westlich der Inseln angelangt und hat als sichtbares Zeichen des Kräfteverlustes sein Auge eingebüßt:
Das ist aber nicht Megi's Ende, denn das warme südchinesische Meer bietet ihm wieder ideale Entwicklungsbedingungen. Nach einem kurzen Schwenker nach Westen dreht der Kern des Sturms bald unter Intensivierung nach Norden ein:
Dabei ist zu sehen dass es Teile von Luzon noch nicht überstanden haben, denn der Kern intensiviert sich unweit der Küste sodass das Orkanfeld die Westküste noch einmal streifen wird. Dabei zu beachten: Der Wind ist aus Südsüdwest bis Südwest auch Auflandig und kann das Wasser an die Küste treiben !!!
Richtung Donnerstag geht er dann stramm nach Norden und wird am Wochenende, allerdings schon abgschwächt, auf die Südküste Chinas treffen, irgendwo östlich von Hong Kong. Taiwan sollte gerade noch einmal so davonkommen. An den Bergen der chinesischen Südküste ist dann weniger der Sturm als mehr der sintflutartige Regen ein Problem.
Ein guter Freund von mir, der Koarl aus Hernals (so heißt er nicht)... hat auch die Nachrichten von Megi gehört und mich per sms kontaktiert. Detail: Er befindet sich in Indonesien, im Osten der Insel Java. Besorgte Frage: .. ob dort nicht auch so ein Taifun kommen könnte.
Ohne nachzudenken: Nein. Oder es ist zumindest denkbar unwahrscheinlich. Dazu braucht man auf keine Wetterkarte der Welt schauen, es erklärt sich logisch, warum in einem schmalen Streifen von ein paar Grad um den Äquator herum keine Taifune entstehen können. Ein wesentlicher Bestandteil der Gewalt von Taifunen ist die Corioliskraft, also die Scheinkraft, die durch die Erddrehung und der Erde Kugelgestalt zustande kommt. Die Corioliskraft verhindert durch die Rechtsablenkung, dass Luft, wenn irgendwo ein Tief entsteht direkt hineinströmt und es damit auffüllt.
Im entwickelten Taifun stellt sich der Wind gemäß der Balance von Druckgradient, Zentrifugalkraft, Reibungt und Corioliskraft ein, sodass der Wind immer so gut wie parallel zu den Isobaren weht und das Tief kaum auffüllt.
Am Äquator ist die Corioliskraft 0 und ein paar Grad nach Nord oder Süd verschwindend gering, wirkt also nicht. Mit so etwas kann man keinen Sturm brauen.
Erst ab ca 9, 10 Grad wird es langsam interessant, da kann sie dann langsam wirken. Da Java aber auf 6 Grad Süd liegt, kann man auf einen Zyklon dort lange warten.
Insofern ist der Äquator direkt ein recht langsweiliges (wettertechnisches) Eck, wenn man von den in der Regenzeit regelmäßigen sintflutartigen Gewittergüssen absieht. Äktschn gibts mit Hurrikanes, Taifunen und Zyklonen ab einem Respektabstand von 800 bis 1000km davon entfernt.
Die 20°N der Insel Luzon passen übrigens perfekt in die Zutatenliste für einen Kat5 Taifun ....
Lg
Manfred
Montag, 18. Oktober 2010
Samstag, 16. Oktober 2010
Speckulation über den Rest des rostigen Oktobers
Hallo,
Info: zum letzten Post über Australien: Im Norden Victorias kam es zu kleinräumigen Überflutungen, New South Wales und Queensland hatten bei Kaltfrontdurchgang mit Sturm zu kämpfen, in Melbourne gab es Graupelschauer, die Schneefallgrenze sannk auf teils unter 500m, Meldungen von Schwergewittern und Tornados habe ich aber keine gefunden.
Hier ein paar Links zu dem für Aussies doch sehr ungewöhnlich kaltem Wetter:
Schnee:
Überschwemmung:
Alles in unguter Kombination:
Zu uns ;)
Wer sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass es im Oktober im Osten bislang ziemlich schirch war, während sich der Westen auf der Butterseite zu liegen kam, der hat nur zum Teil recht, den die Fakten sehen zur Monatsmitte etwas anders aus:
Am ehesten recht gibt dem subjektiven Eindruck noch die Temperaturabweichung zur Monatsmitte: Wir sehen im Westen doch noch einen Wärmeüberschuss und im Osten teils etwas zu niedrige Werte gegenüber dem Klimaschnitt.
Zur Sonne: Wir haben in Pannonien ja so gut wie alle den Eindruck des permanenten Nebenlgrau(en)s, was sagen die Zahlen ?
(Angaben in % des Klimasolls): Na das schaut ja nicht mal so übel aus, auch im Oschten. Zur Monatsmitte etwas mehr als 50% der zu erwartenden Sonnenscheindauer ist kein Hinweis auf besonders grausliches Wetter. Teilweise hohe Werte sehen wir inneralpin und im Westen, dem Föhn sei dank, im Rheintal wiederum wars öfter nebelig. Loser sind die Grazer und Südsteirer.
Zum Regen: (der zu einem schirchen Oktober dazu gehört)
Nun, totale Dürre an einzelnen Stationen im Osten und auch in Unterkärnten, punktuell inneralpin. Auch sonst keinen nennenswerten Regenmengen. Das ist der erste Stilbruch in der Serie regional zu nasser Monate seit März oder April.
Der Eindruck täuscht also bis jetzt ganz gehörig. Bzw. die Einzig richtige Behauptung ist: Im Oktober kann man vom Wetter nix beonderes mehr erwarten, 08/15 Oktoberwetter ist eben gerade im Flachland generell vom Typ *Tendenziell schirch*.
Jetzt kann man anhand dieser Zahlen weiter speckulieren (keine Angst ich weiß schon wie man es im Duden schreibt)... die aktuelle Lage:
Aktuell verwellt eine mäßig wetteraktive Kaltfront, die von Norden her die Alpen überschritten hat über Oberitalien. Bis morgen schnürt sich dort auch ein Höhentief ab und wandert rasch nach Süden ab. Mitteleuropa gerät damit zu Wochenbeginn in den Zustrom mäßig kalter Polarluft aus Norden.
Ab Dienstag macht das System bemerkbar, welches am Rande mit dem Ei in der linken oberen Bildecke zu tun ab:
Diese Konstellation sieht nach einem gegen Westeuropa gerichteten Kaltluftvorstoss aus Norden aus. Danach divergieren die Modelle, wie sehr sich der Trog über Zentraleuropa noch vertiefen kann.
Szenario1: (unwahrscheinlich). Der Trog ist direkt gegen Zentraleuropa gerichtet und wir bleiben auf Tage in direktem Zustrom polarer Kaltluft aus Nord bis Nordwest mit Schneefallgrenzen im Hügelland oder gar noch tiefer.
Szenario 2: (wahrscheinlicher) Die Frontalzone erreicht über Europa ihre südlichste Position und bleibt einige Tage lang in der Gegend. Entlang dieser laufen Randwellen und sorgen für unbeständiges Wetter, meist kühl, an Vorderseiten kurzfristig etwas wärmer.
Szenario 3 : (derzeit unwahrscheinlich). Der Trog wandert retrograd nach Westen, die Kaltluft stürzt über den Ostatlantik nach Süden, Zentraleuropa gelangt in der Gegenströmung zunehmend in Warmluft aus Süden
Wir sehen diese 3 Szenarien in den Ensemblerechnungen des GFS repräsentiert. Es ist demnach recht wahrscheinlich, wenn man darauf speckuliert, dass der Trog nächste Woche nicht so weit westlich runterkommt, dass wir an seine Vorderseite kommen, dass wir vom her Temperaturniveau tendenziell unter dem Klimaschnitt zu liegen kommen werden, auf Tage hinaus, und somit die Wahrscheinlichkeit für einen Oktober, der in weiten Teilen Österreichs normal bis mäßig zu kalt ausfällt, recht hoch ist. Da im Oktober auch die durchschnittlichen Regenmengen recht gering sind (so 40-100mm je nach Station) kann auch bezüglich der Niederschlagsbilanz ein einziges Mittelmeertief alles ins normale bis zu nasse drehen. 2010 scheint also, wenn man die Liste der Serie teils brutal zu warmer Monate/Jahre der letzten Dekade ansieht, einen Stilbruch zu begehen. Trendwende würde man dabei nicht in den Mund nehmen.
Lg
Manfred
Info: zum letzten Post über Australien: Im Norden Victorias kam es zu kleinräumigen Überflutungen, New South Wales und Queensland hatten bei Kaltfrontdurchgang mit Sturm zu kämpfen, in Melbourne gab es Graupelschauer, die Schneefallgrenze sannk auf teils unter 500m, Meldungen von Schwergewittern und Tornados habe ich aber keine gefunden.
Hier ein paar Links zu dem für Aussies doch sehr ungewöhnlich kaltem Wetter:
Schnee:
Überschwemmung:
Alles in unguter Kombination:
Zu uns ;)
Wer sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass es im Oktober im Osten bislang ziemlich schirch war, während sich der Westen auf der Butterseite zu liegen kam, der hat nur zum Teil recht, den die Fakten sehen zur Monatsmitte etwas anders aus:
Am ehesten recht gibt dem subjektiven Eindruck noch die Temperaturabweichung zur Monatsmitte: Wir sehen im Westen doch noch einen Wärmeüberschuss und im Osten teils etwas zu niedrige Werte gegenüber dem Klimaschnitt.
Zur Sonne: Wir haben in Pannonien ja so gut wie alle den Eindruck des permanenten Nebenlgrau(en)s, was sagen die Zahlen ?
(Angaben in % des Klimasolls): Na das schaut ja nicht mal so übel aus, auch im Oschten. Zur Monatsmitte etwas mehr als 50% der zu erwartenden Sonnenscheindauer ist kein Hinweis auf besonders grausliches Wetter. Teilweise hohe Werte sehen wir inneralpin und im Westen, dem Föhn sei dank, im Rheintal wiederum wars öfter nebelig. Loser sind die Grazer und Südsteirer.
Zum Regen: (der zu einem schirchen Oktober dazu gehört)
Nun, totale Dürre an einzelnen Stationen im Osten und auch in Unterkärnten, punktuell inneralpin. Auch sonst keinen nennenswerten Regenmengen. Das ist der erste Stilbruch in der Serie regional zu nasser Monate seit März oder April.
Der Eindruck täuscht also bis jetzt ganz gehörig. Bzw. die Einzig richtige Behauptung ist: Im Oktober kann man vom Wetter nix beonderes mehr erwarten, 08/15 Oktoberwetter ist eben gerade im Flachland generell vom Typ *Tendenziell schirch*.
Jetzt kann man anhand dieser Zahlen weiter speckulieren (keine Angst ich weiß schon wie man es im Duden schreibt)... die aktuelle Lage:
Aktuell verwellt eine mäßig wetteraktive Kaltfront, die von Norden her die Alpen überschritten hat über Oberitalien. Bis morgen schnürt sich dort auch ein Höhentief ab und wandert rasch nach Süden ab. Mitteleuropa gerät damit zu Wochenbeginn in den Zustrom mäßig kalter Polarluft aus Norden.
Ab Dienstag macht das System bemerkbar, welches am Rande mit dem Ei in der linken oberen Bildecke zu tun ab:
Diese Konstellation sieht nach einem gegen Westeuropa gerichteten Kaltluftvorstoss aus Norden aus. Danach divergieren die Modelle, wie sehr sich der Trog über Zentraleuropa noch vertiefen kann.
Szenario1: (unwahrscheinlich). Der Trog ist direkt gegen Zentraleuropa gerichtet und wir bleiben auf Tage in direktem Zustrom polarer Kaltluft aus Nord bis Nordwest mit Schneefallgrenzen im Hügelland oder gar noch tiefer.
Szenario 2: (wahrscheinlicher) Die Frontalzone erreicht über Europa ihre südlichste Position und bleibt einige Tage lang in der Gegend. Entlang dieser laufen Randwellen und sorgen für unbeständiges Wetter, meist kühl, an Vorderseiten kurzfristig etwas wärmer.
Szenario 3 : (derzeit unwahrscheinlich). Der Trog wandert retrograd nach Westen, die Kaltluft stürzt über den Ostatlantik nach Süden, Zentraleuropa gelangt in der Gegenströmung zunehmend in Warmluft aus Süden
Wir sehen diese 3 Szenarien in den Ensemblerechnungen des GFS repräsentiert. Es ist demnach recht wahrscheinlich, wenn man darauf speckuliert, dass der Trog nächste Woche nicht so weit westlich runterkommt, dass wir an seine Vorderseite kommen, dass wir vom her Temperaturniveau tendenziell unter dem Klimaschnitt zu liegen kommen werden, auf Tage hinaus, und somit die Wahrscheinlichkeit für einen Oktober, der in weiten Teilen Österreichs normal bis mäßig zu kalt ausfällt, recht hoch ist. Da im Oktober auch die durchschnittlichen Regenmengen recht gering sind (so 40-100mm je nach Station) kann auch bezüglich der Niederschlagsbilanz ein einziges Mittelmeertief alles ins normale bis zu nasse drehen. 2010 scheint also, wenn man die Liste der Serie teils brutal zu warmer Monate/Jahre der letzten Dekade ansieht, einen Stilbruch zu begehen. Trendwende würde man dabei nicht in den Mund nehmen.
Lg
Manfred
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