Freitag, 7. März 2014

Frühling und Herbst....

Hallo,


Das hier der Frühling bereits Einzug gehalten hat, ist eigentlich eine Binsenweisheit... aber wo ist den der in der Überschrift zitierte Herbst  ?

Nun, auf der anderen Seite der Erde geht der Sommer nun dem Ende entgegen. Zwar geht es mit den Temperaturen in Australien lnagsam nach unten, das tropische Meer hat jedoch genau jetzt seine höchste Temperatur..... Zyklonzeit !


Nicht dass ich jetzt krampfhaft auf der Suche nach einem blogbaren Thema bin, aber ich möchte mich trotzdem eingangs auf Australien stürzen, weil das erste Mal seit 4 Wochen ein tropisches Tief ins Netz unseres hochauflösenden Lokalmodells gehen könnte. Und in Lokalmodellen sehen diese Biester dann vorhersagetechnisch umso eindrucksvoller aus.


Jetzt...


.. befindet sich eingekreist ein interessantes Gebiet organsisierter Konvektion über dem 29 Grad warmen Korallenmeer, und alles deutet darauf hin, dass sich in den nächsten paar Stunden ein Zyklon daraus formieren wird.... 

Hier nun die Animation der vorhergesagten Radarreflektivität...


.. Und die Animation des Bodendruckes und des Windfeldes..



Der Zyklon (wohl Kategorie 2 der 4-teiligen australischen Skala mit Mittelwinden bis knapp 100 km/h) trifft nach dieser Vorhersage etwas nördlich von Townsville an die Küste, bildet für einige Zeit sogar ein Auge und bleibt dann aber für lange Zeit stehen....... was dazu führt...


..dass im  Gebiet südlich des Kernses mit auflandigem Wind wohl mit mehreren 100mm (die 1000 der obigen Karte wage ich nicht für bar zu nehmen) .. (weiters Achtung, Falle, der Niederschlag ist hier in cm, nicht mm angegeben, um besser mit den Zahlen zu Rande zu kommen ..) .. zu rechnen ist.

Das Verweilen eines Kernes an der Küste ist bei einem Zyklon ein worst-case Szenrio, da die sonst normalerweise einsetzende Abschwächung über Land deutlich verzögert wird.

Man wird sehen, was daraus wird. Die Varianz der Zugbahn ist recht groß....

So ungestüm lässt sich der Europäische Frühling nicht an .....




Hinter dem nach Osten abwandernden Tiefdruckkomplex über dem östlichen Mitteleer und vor einer exemplarisch schönen Shapiro-Keyser Zyklone [ :-) ] über dem Atlantik ...



baut sich am Wochenende unter kräftiger Warmluftadvektion ein Keil über Zentral/Westeuropa auf, der vor allem den Kollegen im Westen Deutschlands am Sonntag ein veritables Frühlingslüfterl bescheiden könnte...



.. Die Chancen stehen gut, dass der erste 20-er deutschsprachige 20-er der Saison fällt.

Mittelfrostig .. ähm .. Mittelfristig gebietet einem das Holzauge jedoch wachsam zu sein.... auch nach dem mildesten Winter kann es noch bis in den April hinein polare *Watschen* geben, da sich die Gesetze der Strahlungs- und Energiebilanz auch durch den Klimawandeln nicht aushebeln lassen ... und die Sonne am Nordpol erst in knapp 2 Wochen überhaupt erst aufgeht....

EZ und GFS geben uns zur Mitte des Monats in ihren deterministischen Läufen immer noch Szenarien, die auf einen Kaltluftausbruch - wie wir ihn im Winter kaum hatten - hinauslaufen könnten....




Straffe Weströmung über dem Atlantik, die sehr kalte von sehr warmer Luft trennt und *Ausbruchsdruck* in der polaren Kaltluft aufbaut.. sowie tieferes Potential über Osteuropa, was tendenziell die Rutsche von Nordwesten nach Südosten lenkt...

Unterstützt wird dies auch durch eine sehr wirre Ensemble-Lage.... (große Streubreite der Vorhersagen  des EZ Modells.. ..)




.. was nichts anderes heißt, dass in den nächsten 10, 14 Tagen zwischen Vollfrühling und Frostwetter alles möglich ist.

Das wäre die letzte, hinterlistige Schandtat, die uns der Unwinter 13/14 noch antun könnte...  unnötiger Spätwinter im Vorfrühling...

Aber auch diesbezüglich .. wo die Reise hingeht .. sollte Mitte der kommenden Woche mehr Klarheit abrufbar sein.

In diesem Sinne wünsche ich vor allem der westlichen Leserschaft ein schönes Frühlingswochenende, und dem Osten etwas mehr Geduld.

LG

Manfred

Freitag, 14. Februar 2014

Der Blogger lebt noch :-) Und liebt SHPK Zyklonen

.. er ist nur  - wie fast immer .. - im höllischen Stress.

Hallo,


*leier leier*, sorry für die lange Pause...

Ich kann ja nicht immer sagen, dass es nur die zunehmende Arbeitsbelastung ist, die dazu führt dass die Pausen zwischen den Einträgen immer länger werden. Es kommt schon auch hinzu , dass man sich immer neu motivieren muss, hier über interessantes am Wetter zu elaborieren.... Und gerade da hat des der Halbwinter 2013/2014 dem Blogger nicht leicht gemacht, hier diesen Motivationschub, den ich dringend brauche, in Form von spannendem Alpenwetter, bereitzustellen.

Gut gut, 2m Schnee in Osttirol sind schon wirklich viel ... aber es ist nicht einmal nonchalant, wenn ich sage, dass das eigentlich prognostisch eine ziemlich *gmahte* Sache war, wofür man keine neuen konzeptionellen Modelle oder sonstige Tiefgänge bemühen muss. Stau + Inversion in Tälern plus ein quasistationäres Tief und man bekommt eben diese Mengen...


Auch die Beschäftigung in Übersee - auf deren Details ich hier nicht einzugehen vermag, tut ihr übriges dazu. ABER, schließen will ich positv... zurück in Europa zaubern die Satellitenbilder und Modelle der Stunde ein akademisches Lächeln auf meine Lippen - wahrscheinlich aber nicht auf die der Briten und Iren... Wir springen ins Thema:


Oder..



Zum 47. Mal in diesem Winter sucht ein Sturmtief die Britischen Inseln heim. Sein kerndruck liegt bei respekablen 959 hPa:


.. Wie das Infrarotbild als auch der offensichtliche Vergleich mit einem Schwammerl nahelegen, handelt es sich einmal mehr um eine böse Zyklone des Typs Shapiro-Keyser.  Wir streuen das komplementäre Wasserdampfbild vom Satelliten bei:



Kennzeichnend neben dem breiten Schrim der Warmfront ist der einschub trockener Luft zwischen der Kaltfront und dem umgebogenen, rückwärtigen Teil der Warmfront/Okklusion, ein Keil in dem sich in unteren Luftschichten der so genannte, Böenmaximierende Sting-Jet .. ein stachelförmiges Starkwindband mit lokal extremen Böen, formiert.

Ich identifiziere anhand einer Modellkarte ein paar weitere Charakeristika:



Zwar scheiden sich darüber die Geister, doch identifiziere ich abermals eine an die Rückseite der Zyklone gebogene Warmfront und eine im Kernbereich unterbrochene Kaltfront..... Schritt für Schritt im folgenden Bild:



1) Die Warmfront besteht aus einem breiten Schirm, die blauen Isolinien der relativen Topografie stehen für die Mittlere Temperatur der Atmosphäre. Die Warmfront liegt am hinteren Rand des starken Gradienten, am Abschluss der Erwärmung.


2) Man sieht, wie der Temperaturgradient an den Hinterrand des Bodentiefs getrieben wird, statt einer klassischen Okklusion findet durch kernnahe Prozesse im Bereich von

3) eine Erwärmung solcher Art statt, dass die Kaltfront in diesem Bereich, die in einem früheren Stadium vorhanden war, aufgelöst wird, der Gradient verschwindet, die Bewölkung mekrlich aufgelöst wird, und statt dessen der stärkste Gradient an der Tiefrückseite auftritt.

Dann ein Stück weit weg vom kern sieht man entlang der nun wieder stark ausgeprägten Kaltfront, wie der Gradient nun wieder am frontalen Wolkenband konzentiert ist.

Wir schließen im IR:





und im WV:





Der geneigten Leserin mag es zuträglich erscheinen, dass ich nun auch die entsprechenden Modellkarten der Relativen Feuchte der Farbgebung auf den Satellitenbildern angepasst habe, wobei die Auflösung hierbei auch eines Globalmodells schon für sich erstaunlich ist, anhand einer 700 hPa Karte..


.. oder für den ganzen Nordatlantik ... auf einer 300 hPa Karte:



.. oder auch geeignet für die relative Feuchte in Bodennähe. Und da ich die Wärme der Halbkälte vorziehe, hier ein beispiel aus dem Reigen der neuen Lokalmodelle für Australien ....



.. die mich in den letzten Wochen auf Trab gehalten haben. Aber das Ergebnis ist für mich hinreißend, ich finde es immer wieder faszinierend wieviel Detail in einem doch auf mit 4x4km gegenüber der wahren Natur doch groben Modell steckt.... daher schließe ich mit dem künstlerisch wertvollen Loop der Relativen Feuchte über 96 Stunden:





LG !

Manfred