Donnerstag, 4. August 2011

Extreme Regenmengen letzte Nacht

Hallo,

meine Vermutung von gestern ist eingetreten .. allerdings um gut 12 Stunden früher als gedacht. Gestern Abend haben sich die Gewitter rasch in den Süden verlagert und an einigen Stationen Stundensummen bis zu 65 mm (Preitengg)



oder auch 65mm (Graz Strassgang) gebracht.



Damit war die Sache aber nicht vorbei, nach Mitternacht ging es dann im Burgenland zur Sache. So konnte das sonst steppenhafte Mörbisch mit einer Regensumme von 74mm aufwarten....




Wie das am Radar und den Blitzen ausgesehen hat... ist hier zu sehen:







Die Radiosondenaufstiege der Nacht, (im Wesentlichen ist nur Wien verfügbar) belegen, dass die PWAT Vorhersagen des GFS korrekt waren:


.. und dass auch die Synoptik richtig erfasst war, sieht man am Radarloop. Bitte schaut darauf, wie sich nachdem der Cluster über Graz gezogen ist, allmählich eine zyklonal rotierende Struktur mit dem Zentrum über dem Wechselgebiet bildet. Wir waren im kleinen Österreich Zeugen der Bildung eines kleinen, aber markanten Höhentiefs über unseren Birnen.

Zusammenfassend: Diesmal war meine Konzeptvorhersage richtig, wir bekamen Gewitter mit extremen Regenraten, ein Höhentief bildete sich über der Osthälfte, allerdings, geschah das Ganze mindestens 12 Stunden eher als ich es erwartet hätte.... somit ist es jetzt zwar noch grau .. aber ohne besondere Vorkommnisse.


Lg

Manfred

P.S. Anbei möchte ich noch die Kollegen vom ORF und der ZAMG korrigieren:

Die grössten Mengen im Burgenland wurden natürlich nicht in Bad Tatzmannsdorf gemessen, sondern an der WST Mörbisch, ganze 25 Liter mehr als in Bad Tatzmannsdorf.


Die richtige Aussage wäre: ... die größte Regenmenge an den der ZAMG zur Verfügung stehenden Stationen im Burgenland .... das sind eben nicht alle ;)

Mit Mörbisch müsste man auch die Überschrift anders gestalten: Kärnten, das Burgenland und die Steiermark hatten die Nase vorne...

Kommentare:

  1. Danke für die Analyse!

    Was war eigentlich der Grund für die Bildung dieses Höhentiefs - dieses zyklonale Rotieren ist mir auch aufgefallen!

    Und wie kann man in den Windkarten eigentlich eine zyklonale Strömung erkennen.......nur mit Satbild?
    Denn eigetnlich könnten sich die Pfeile ja auch antizyklonal drehen - vielleicht eine blöde Frage.

    Liebe Grüße

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  2. Hi, es gibt 2 mögliche Gründe, die ich auch gemeinsam mit einem Kollegen diskutiert habe.. wahrscheinlich waren es beide zusammen: Österreich lag an dem Tag im Left-Exit eines Jetstreaks über der Adria. Das fördert dynamisch die Bildung zyklonaler Rotation (Tiefbildung). Das andere: Ein sehr dicker Gewittercluster hat am Vorabend über Stunden existiert. Das stundenlange konzentrierte Aufsteigen hat natürlich Einfluss auf die Höhenströmung (Konvergenz unten, Divergenz unten) sodass wiederum die Strömung allmählich zu rotieren beginnt. Physikalisch werden beide *Gründe* über eine Gleichung beschrieben, die Divergenz/Konvergenz mit Vorticity (Rotation) verknüpft. 2. Frage. Manchmal ist die Rotation ganz eindeutig in Windpfeilen zu sehen... wenn es aussieht wie ein Kreisel. Manchmal, auch in diesem Fall, kommt die Scherung dazu, sodass es meist nur das geschulte Auge in der Lage ist soweit zu abstrahieren, dass man / ich die Rotation erkennen kann.. war kein sehr schönes Beispiel an dem Tag .. gebe ich zu... ;) Lg Manfred

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  3. Danke Manfred!
    Interessant und verständlich erklärt!

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Da kenntat ja jeder kumman ...! Dennoch ... Hier ist Platz dafür :) !