Mittwoch, 5. Oktober 2011

Markante Kaltfrontpassage im Alpen-Adriaraum

Hallo,

mittlerweile bin ich auch physisch wieder in Österreich angelangt und genieße (jetlagbedingt) den spätsommerlich von SEPIDEH induzierten Sonnenaufgang im guten alten Favoriten (unter normalen Umständen wäre ich nicht seit Stunden wach ..)

Wie schon angekündigt ist es aber an der Zeit, die SEPIDEH in Pension zu schicken. Erledigt wird dies von einer honorigen, aber sehr agilen Dame, der Ex-Ophelia.


Ich hatte in meinem letzten Posting darüber spekuliert, dass OPHELIA dazu prädestiniert ist, in ihrer aussertropischen Entwicklungsphase zu einer Shapiro-Keyser-artigen zu werden ... was gestern gottseidank auch eingetreten ist :)


Schaut mal auf diese wunderbare Hammer/T-Bone/Champignionstruktur westlich der britischen Inseln. Beinahe alles da: Markante Warmfront, markante Okklusion, kümmerliche Kaltfront und Lücke in den hohen Wolken zwischen Warmfront und Kaltfront knapp südlich des Okkusionspunktes.

Diese Vorhersage zeugt nicht von hellseherischen Fähigkeiten meinerseits, sondenr nur davon, dass das konzeptionelle Modell von SHPK Zyklonen, right entrance des Jets und unterstützende Tropenvergangenheit, recht fundiert und belastbar ist.

Auch in die Berliner Wetterkarte ist OPHELIA für heute damit eingezogen:



Spannend wird es bei uns am Freitag. Ophelia nimmt in ihre Rückseite zunehmend polare Kaltluft auf, die in einem südostwärts gerichteten Ausbruch auf die Alpen und das Mittelmeer zusteuert... die Kaltfront selbst erwischt uns in der Nacht auf Freitag.... wahrscheinlich als markantes, schmales Niederschlagsband, möglicherweise auch noch gewittrig durchsetzt...



Das ist aber irgendwie noch nix Besonderes. Meersalz und Pfeffer bekommt das Kaltfront-Ratatouille erst südlich der Alpen, die Kaltfront verwellt dort nämlich ...



Das ARW simuliert für Freitag Früh/Vormittag, die Formation eines mächtigen gewittrigen Starkregegenclusters über Slowenien und Kroation, der auch noch bis in die südliche Steiermark reicht. Begleitet wird der Kaltfrontfrontdurchgang besonders bei unseren südlichen Nachbarn von teils schweren Sturmböen:


Wiederum ist es kein Zufall, dass sich genau an dieser Stelle ein neues Wellentief an der Front bildet.. schauen wir auf den Jet und die Vorticityadvektion ..



Die sich bildende Welle liegt Freitag Mittag/Abend im rechten Eingangsbereich des Trogvorderseitigen Jets in einem Gebiet mit Höhendivergenz und daher beschleunigtem Aufsteigen. Der Fingerabdruck dieses Vorganges zeigt sich auch in massiver postiover Vorticityadvektion auf der zweiten Karte... passt also alles zusammen.

Zusammenfassend:

Konvektives Kaltfrontband erreicht bis Freitag früh die Alpennordseite, begleitet von stürmisch auffrischendem Westwind. Die Schneefallgrenze sinkt rasch in die Nähe von 1000m, besonders im Nordstau. Beim Überschreiten des AHK verwellt die Front zunehmend, ein gewittriger Starkregencluster bildet sich und schmiert nach Südosten ab ... noicht aber ohne noch die Steiermark zu beglücken... in Slowenien, Kroatien und Serbien , sowie tw in Südungarn ist der Druckpolster an der FRonmt in Kombination mit den heftigen Frontniederschlägen so stark, dass bei Durchgang der Linie schwere Sturmböen über 100 km/h nicht ausgeschlossen sind, an der Adriaküste sowieso nicht.

Bildlich findet ihr all das im Link-Kastl rechts oben ;-)

Ist das was Besonderes ? Nein. Besonders war eher die Wärme von SEPIDEH vor der Front.

Wie gehts weiter ?

Schon am Sonntag schiebt sich der nächste Keil aus Westen herein, so ein Prachtexemplar wie SEPIDEH wird der aber nicht.

Lg

Manfred

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