Montag, 18. Juni 2012

Konvektive Lage der Nation - Squalline (und mehr ?) bei den Nachbarn

Hallo und guten Morgen,

wie schon gestern in einem kleinen Preview auf FB angekündigt steht heute den nordwestlichen Nachbarn (sic !) ein konvektionstechnisch interessanter Tag bevor. Die aktuelle Situation:


An einer Kaltfront, jetzt über Ostfrankreich, hat sich ein massiver Cluster gebildet, der auch mit einem frischen Bodentief verbunden ist. Die Front, respektive der mit ihr in Zusammenhang stehende Trog ziehen behende weiter nach Osten, sodass das Band Deutschland bis zum Abend hin nach Osten hin überquert haben wird.

In diesem Zusammenhang will ich heute nur ein paar Prognosekarten erläutern um abzuschätzen, was da in etwa passieren könnte.

Vor der Front in der energiereichen Warmluft ist der *Abzug*, wenn ich hier so martialisch formulieren darf, erheblich gespannt, wie das Forecast-Sounding von Berlin für 16 MESZ zeigt:

 Bodentaupunkt bei 17 bis 18 Grad, CAPE bei nahe 2000 J/kg, CIN bei -20 J/kg, gerade genug um die Konvektion noch zu unterdrücken.

Hier die entsprechenden flächigen Verteilungen von CAPE, CIN und Lifted Index:



.. kombiniert mit Scherungswerten sowie Werten des ausfällbaren Wassers münden diese in einem selbstgebauten potentiellen Schwergewitterindex:


Dieser ist so zu verstehen, als dass er darüber Aufschluss geben soll, welcher Gefahrentyp dominierend ist, sollte sich in dieser atmosphärischen Umgebung eine Zelle bilden..

Als ersten Hinweis zeigt also der MSTI, dass am Nachmittag vor allem im Norden (orange und rot) Konvektion von statten gehen kann, deren Brutalität vornehmlich von Scherung definiert wird (Großhagel und vielleicht mehr), weiter nach Süden sind diese Signale nicht so ausgeprägt weswegen der Index vornehmlich auf starken Wind bzw. Platzregen als primäre Gefahrenquelle springt.

Der zeitliche Ablauf aus Modellsicht:

Man sieht, wie das Modell im Tagesverlauf von der Bildung einer großen zusammenhängenden Struktur (vulgo Squalline) ausgeht, die im Süden in einzelne Zellen aufperlt. Weiters ist die Bildung eines langsamer ziehenden, aber nicht minder großen System über den westlichen Ostalpen (vulgo österreichischer Abschnitt der Alpen) zu sehen. Den lassen wir dennoch für heute mal links liegen.

An der (Modell)Squalline über der Nordhälfte Deutschland geht das Modell von kurzfristigen Mittelwinden um die 30 kt aus..

.. natürlich ebenfalls verbunden mit einer deftigen Abkühlung...

Soweit das Setup... der Hund liegt natürlich im Detail. So genau die Karten auch aussehen, so sehr kann sich die tatsächliche Situation dann davon unterscheiden ... bildet sich wirklich eine Squalline dieser Größenordnung, so schaft sich diese ihre eigenen Bedingungen, deren ein Modell im vorhinein nur schwer habhaft werden kann ... es besteht auch die Möglichkeit, dass sich kleiner Verbände von giftigeren, kleineren Zellen (vulgo Superzellen o.ä) bilden, alles Dinge, die man als Forecaster erst im Lauf der Entwicklung der Situation etwas näher einschätzen kann.

Österreich erreicht der Rand der Kaltfront als südlichster Ausläufer mitten in der Nacht und wird wahrscheinlich trocken durchgehen bzw. gar nicht. Wobei nicht unerwähnt bleiben soll, dass in der vorlaufenden Konvergenz (zu sehen in der obigen Windkarte) an der sich auch das Alpensystem entwickelt, ein gewisses Überraschungspotential liegt.

Uns bleibt im Lauf der Woche weitestgehend die Warm(Heiß)luft erhalten, die Umstellung wird erst Richtung Wochenende ein Thema.

Schönen, sommerlichen Wochenstart wünschend

Lg, Manfred

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