Hallo,
weil's meteorologisch wahnsinnig interessant ist, ein Blick auf die andere Seite der Erde. Die Langeweile beim Österreichwetter geht ja andererseits auf keine Kuhhaut mehr...
Wir wenden den Blick in den Australischen Frühling und da bahnt sich vor allem im Osten des Kontinents in den kommenden 36 Stunden Arges an.
Die Ausgangslage:
Auf dem Satellitenbild finden sich 2 markante Luftmassengrenzen, hinter der westlicheren strömt antarktische Polarluft nach Norden, vor der östlichen strömt tropische Warmluft nach S+den. Die Systeme sind wunderbar voneinander getrennt und werden in den nächsten 36 Stunden auf dem Weg nach Osten verschmelzen. Synoptisch findet das ganze vor einem markanten, nach Nordosten ausbrechenden Trog statt. Ein Verwellungspunkt liegt über Adelaide, der andere weiter nördlich im Outback.
Bis morgen Früh unserer Zeit entwickelt sich die nördliche Verwellung zum Sturmtief und zieht quer über den südostaustralischen Bundesstaat Victoria nach Südosten...
Die entsprechende Luftmassengrenze, die zu diesem Zeitpunkt aus der Vereinigung der beiden Systeme besteht, liegt dann parallell zu den Alpen und sorgt für heftige Regenfälle, vor allem an der Nord- und Westseite (Ähnlichkeiten zu den Überwschwemmungen vor 4 Wochen sind gegegeben)
Diese markante Front marschiert im weiteren Tagesverlauf an die Ostküste der Bundesstaaten New South Wales und Queensland, in deren nördlichen bzw. südlichen Teil nahe der Küste sich die Australische Tornado-Alley befindet.
Am Freitag spätnachmittags und Abends erreicht die Front die Region des Interesses und da sind 2 Dinge vorhanden:
Labilität:
Und Scherung:
Wobei es sich um einen außergewöhnlich starken Jet in tiefen Schichten handelt.
Summa Summarum, ich bin da recht überzeugt, dass sich da unten etwas tun wird und werde am Samstag mal die Severe Weather Foren durchsuchen, ob jemand etwas vor die Linse bekommen hat.
Lg
Manfred
Donnerstag, 14. Oktober 2010
Dienstag, 12. Oktober 2010
Was wird aus dem *Medican* ? Anscheinend nicht viel...
Hallo,
Aktuell zeigt sich, wie psychisch labil solche Subtropenstürme über dem Mittelmeer sind (und wie schwer sie vorherzusagen sind). Zur Geschichte: Tatsächlich hat sich gestern aus einem Gewittercluster eine organisierte Struktur im Bereich der Balearen gebildet. So sieht diese gerade aktuell aus:
Der Kenner sieht sofort, daß da aber nicht allzuviel Schmackes dahintersteckt. Warum ? Die Form: Sie ist vollkommen assymmetrisch mit massiver Hebung nördlich des Tiefkerns, und ziemlicher Wolkenauflösung südlich des Tiefkernes. Die Balearen gerade in der Mitte des Systems, wo es recht windschwach ist.
Ein Starkwindbereich mit Mittelwinden um die 70 km/h und Böen teils über 100 km/h erstreckt sich von Sardinien über das Wasser nach Westen bis Barcelona, im Bereich des Wolkenschildes gibt es kräftigen gewittrigen Regen, aber keine Dramen.
Die Modelle, die anfangs saehr enthusiastisch bzgl der Bildung eines sehr kräftigen subtropischen Tiefs waren, haben ab gestern Abend deutlich zurückgerudert, anbei die Prognosen für ein und den selben Temin (Mittwoch 00 Uhr) von Modellläufen von Sonntag an:
Aus dem ehemals symmetrisch prognostizierten Gebilde wurde ein recht assymetrisches Wigel-Wogel Tief, das zwar immer noch dem tropischen Energieumwandlungsalgorithmus folgt, allerdings vom Gesamtphänomen her ein ziemliches Schnoferl ist. Nun gut, auch unter tropischen Tiefs gibt es Armutschkerln, nicht jedes TL oder TC wächst zu einem Hurrikan oder Taifun heran.
Was hier dann im Endeffekt nicht passte, kann ich nicht sagen, da diese Gebilde eben sehr fragil sind und auf kleinste Anwandlungen ungünstiger Umstände (Scherung zu groß, zu wenig Labilität etc) sehr beleidigt reagieren.
Um es abzuschließen, es gibt auch Gebilde, die nach dem tropischen Mechanismus funktionieren, über sehr kaltem Wasser z.B im Nordmeer. Das sind die so genannten Polar Lows, die sich im Zentrum von extremer Höhenkaltluft bilden. Wiederum überschreitet der Temperaturunterschied zwischen Wasser und Höhenluft einen kritischen Wert, so dass sich auf sehr tiefem Temperaturniveau Konvektion organisiert und der Druck fällt bzw. Rotation einsetzt. Hier ein paar Bilder von Polar Low's :
Vor allem auf den ersten beiden Bildern wird die Artverwandtschaft zum großen Bruder Taifun deutlich ersichtlich, während das letzte Bild eher wieder ein Cross-Breed, also ein Bastard zwischen Polar low und Okklusion ist.
Lg
Manfred
Aktuell zeigt sich, wie psychisch labil solche Subtropenstürme über dem Mittelmeer sind (und wie schwer sie vorherzusagen sind). Zur Geschichte: Tatsächlich hat sich gestern aus einem Gewittercluster eine organisierte Struktur im Bereich der Balearen gebildet. So sieht diese gerade aktuell aus:
Der Kenner sieht sofort, daß da aber nicht allzuviel Schmackes dahintersteckt. Warum ? Die Form: Sie ist vollkommen assymmetrisch mit massiver Hebung nördlich des Tiefkerns, und ziemlicher Wolkenauflösung südlich des Tiefkernes. Die Balearen gerade in der Mitte des Systems, wo es recht windschwach ist.
Ein Starkwindbereich mit Mittelwinden um die 70 km/h und Böen teils über 100 km/h erstreckt sich von Sardinien über das Wasser nach Westen bis Barcelona, im Bereich des Wolkenschildes gibt es kräftigen gewittrigen Regen, aber keine Dramen.
Die Modelle, die anfangs saehr enthusiastisch bzgl der Bildung eines sehr kräftigen subtropischen Tiefs waren, haben ab gestern Abend deutlich zurückgerudert, anbei die Prognosen für ein und den selben Temin (Mittwoch 00 Uhr) von Modellläufen von Sonntag an:
Aus dem ehemals symmetrisch prognostizierten Gebilde wurde ein recht assymetrisches Wigel-Wogel Tief, das zwar immer noch dem tropischen Energieumwandlungsalgorithmus folgt, allerdings vom Gesamtphänomen her ein ziemliches Schnoferl ist. Nun gut, auch unter tropischen Tiefs gibt es Armutschkerln, nicht jedes TL oder TC wächst zu einem Hurrikan oder Taifun heran.
Was hier dann im Endeffekt nicht passte, kann ich nicht sagen, da diese Gebilde eben sehr fragil sind und auf kleinste Anwandlungen ungünstiger Umstände (Scherung zu groß, zu wenig Labilität etc) sehr beleidigt reagieren.
Um es abzuschließen, es gibt auch Gebilde, die nach dem tropischen Mechanismus funktionieren, über sehr kaltem Wasser z.B im Nordmeer. Das sind die so genannten Polar Lows, die sich im Zentrum von extremer Höhenkaltluft bilden. Wiederum überschreitet der Temperaturunterschied zwischen Wasser und Höhenluft einen kritischen Wert, so dass sich auf sehr tiefem Temperaturniveau Konvektion organisiert und der Druck fällt bzw. Rotation einsetzt. Hier ein paar Bilder von Polar Low's :
Vor allem auf den ersten beiden Bildern wird die Artverwandtschaft zum großen Bruder Taifun deutlich ersichtlich, während das letzte Bild eher wieder ein Cross-Breed, also ein Bastard zwischen Polar low und Okklusion ist.
Lg
Manfred
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