Donnerstag, 28. Juli 2011

Viel Wasser: Monsunartiger Regen am Alpenostrand

Hallo,

um das gestrig verwendete derbe Wort weiterzuverwenden, kann man ruhig sagen, dass es heute in der gesamten Osthälfte des Landes das von mir erwartete Sauwetter gegeben hat. Es war aber nicht nur einfach Sauwetter, es war interessantes Sauwetter, denn gar extreme Dinge haben sich zugetragen.

Wenden wir den Blick auf den Ostrand des Wienerwaldes und betrachten dabei die stündlichen Niederschlagsmengen rund um die Mittagszeit:


Farblich nicht genial gut zu erkennen stechen doch 2 Werte heraus:

51mm/h in Wien Mariabrunn
41 mm/ in Brunn am Gebirge (Westösterreicher bitte net lachen. Für Laster aus dem Osten ist der Anstieg der A21 in diesem Bereich wirklich ein Hochgebrige..)

Was ist denn da schon wieder passiert ...

Schaun wir aufs Radar:







Man sieht zum Anfang des Loops wie gewittrige Schauer aus Ostsüdost am Wiener Südrand entlangwandern und über dem Wienerwaldhang eine Zeit lang stehen bleiben.Gleichzeitig sieht man eine Zelle über dem Westen von Wien, die auch nicht zieht.... im weiteren Verlauf greift der flächenhafte Regen aus Südosten auf die ganze Region über und zwirbelt sich am Abend, als das steuernde Höhentief genau über Wien liegt, über ebenderselben Stadt ein.  Die extremen Regenmengen an den 2 Stationen kamen im Zuge der eingangs erwähnten gewittrigen Schauer zu Stande.


An der Stelle ein Blick auf den Radiosondenaufstieg von Wien zu ebendieser Zeit:



.. in grün habe die Kurve eines aufsteigenden Luftpaketes eingezeichnet. Dieses Sounding erklärt viel von diesen enormen Regenmengen in den Schauern. Erstmal zur Labilität.  Die Luftmasse war zum eine einmal vom Boden weg labil. CAPE ist vorhanden (grün) CIN ist nicht vorhanden, das wäre die Barriere, die zu überwinden ist bevor Konvektion einsetzt. Das geschulte Auige sieht weiters, dass wirklich viel Wasser in der Luft war, deswegen habe ich die Zahl PWAT rot eingekastelt. Da steht der Wert 32. 32 Liter / m² niederschlagsfähiges Wasser in einer Luftsäule, die eine Grundfläche von 1x1m hat. Das ist ein sehr hoher Wert.

Weiters: der Wind in den unteren Schichten kommt aus Ost bis Nordost, ist also gegen den Wienerwaldhang gerichtet.

Zum Zeitpunkt der Rgenfälle gab es weiters eine ausgeprägte Windkonvergenz über dem Wienerwald:



Also langsam haben wir genug förderliche Faktoren. Labile, hochreichend nasse Luft wird gegen den Wienerwald geschoben, gehoben und gewittrige Schauer werden ausgelöst. Die Schauer ziehen nicht weiter, da sie sich ständig über dem Hang (zwanghaft) neu bilden. Das Aufsteigen wird verstärkt durch eine schon vorhandene Konvergenz im Windfeld. Im Resultat wird die gesamte Luftmasse über einen Zeitraum von einer Stunde extrem, dann weiterhin moderat wie ein Schwamm ausgepresst.

Ist das neu ? Nein. Wien wird bei Lagen mit hochreichend feuchten, und leicht labilen Luftmassen, die aus Südost bis Nordost gegen den WW gedrängt werden im Sommerhalbjahr regelmässig ganz oder teilweise versenkt. Ein anderes Beispiel findet man beim FlashFlood Gewitter am 13.5.2010 (youtuben...).

Diese Lagen sind selten, allerdings treten die heute besprochenen Phänomene im Rahmen solcher Lagen dann doch mit beängstigender Regelmässigkeit auf.


So. genug Regen, ich will Sonne.

Gut N8

Manfred

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Da kenntat ja jeder kumman ...! Dennoch ... Hier ist Platz dafür :) !