Donnerstag, 12. Mai 2011

Modellraterei und Schwachsinn aus der weiten Welt

Hallo,

das Wochenende rückt näher, und damit die große Wetterumstellung. Wer sich erinnert, ich habe ja vor 2 Tagen die Ähnlichkeit der kommenden Lage mit den großen Hochwasserlagen der letzten 15 Jahre beleuchtet. ich muss zugeben, je nach Modellauf blieb von der Ähnlichkeit zwischendurch unter Umständen überhaupt nichts übrig, zeitweise war sie wieder da. Die Fragen aller Fragen, um eine Entscheidung hinsichtlich *normaler Regen* *Starkregen* oder *wirklich sehr viel Regen* ab Sonntag treffen zu können, lässt sich ja auf den mehrfach propagierten Ablauf:

- tropft der aus Westen kommende Trog ab ?
- wenn ja, wo tropft er ab, kommt er nach Norditalien ?
- verlagert er sich anschliessend nach Osteuropa ?

zurückführen, den bislang keines der großen Modelle hinreichend sicher belegen kann. Ich habe *irgendwo* gelesen, EZ hätte als erstes den Abtropfvorgang simuliert gehabt. Mag sein, es hat ihn aber gestern, kurz nachdem ihn GFS in die Binsen geschickt hat, auch aus seinem Lösungsraum verbannt, ich zeige den gestrigen 12Z Lauf des EZ für Dienstag:


Da sieht man nichts, was einem Sorgen bereiten würde. Die Reste des Wochenendtroges befinden sich über Süditalien, über Österreich schwenkt nur noch ein schwacher Resttrog hinweg.

Zum selben Zeitpunkt, also Mittwoch 12Z ist GFS aber wieder auf eine kritische Abtropflage geschwenkt und hat diese mit dem aktuellen 00-Lauf nochmals verschärft:



Aufgleiten aus Osten nach Südstau am Sonntag wäre das generelle Schema demnach. Und in diesem Szenario sind die Niederschlagsmengen in weiten Landesteilen nicht mehr unterkritisch, wie die folgende Animation des Gesamtniederschlages zeigt:


Witzigerweise schlägt das aktuelle 00-er EZ jetzt wieder in eine ähnliche Bresche:


Ich kann hier beim besten Willen bislang keinem der beiden Modelle irgendeine besondere Kompentenz bei der Erfassung der kommenden Lage aussprechen...

Entscheidend ist denke ich die hinreichend gute Erfassung der Kurzwelle westlich der Britischen Inseln heute:


.. denn es ist die Form dieser Kurzwelle, die entscheiden wird, in welche Richtung der Hauptstoss an Vorticity gerichtet ist, und die wesentlichen bestimmen wird, wo der Abtropfprozess stattfindet.

Ungeachtet dieses Szenarios kann man an der Alpensüdseite, in Österreich Kärnten und Osttirol betreffend, schon recht fix von flächigem Starkregen am Sonntag ausgehen, auch der Westen bekommt wahrscheinlich ein Drittel bis die Hälfte einer Maimenge ab. Fraglich sind aber substantielle Niederschläge im Norden und Osten ab Montag ...

Dann noch etwas Heiteres aus Deutschland. Stöbert man ein wenig, so finden sich schnell abartig skurrile Geschichten aus der aktuellen meteorologischen Berichterstattung:

TOPFEN DES TAGES

Ich weiss, es ist die Bild-Zeitung. Ich weiss dass das, was die BILD schreibt, nicht unbedingt etwas mit dem zu tun haben muss, was der Interviewpartner sagt. Sagen wir mal es gibt im Kern die These wider.

Ich lege mal besonderes Augenmerk darauf, dass sich die Erdachse und die Kontinente aufgrund jüngster Ereignisse  verschoben haben. Eine kleine Skalenbetrachtung:

Die Platten wandern im Bereich Japan mit rund 85mm / Jahr gegeneinander.... der Erdumfang  beträgt ca. 40.000km. Das Verhältnis der beiden Längen ist 1:470588253. Zwar befinde ich den Schmetterlingseffekt im Grunde für richtig, die Einflussnahme auf das Weltklima durch die Kontinentalverschiebung auf der kurzen Skala (30 Jahre) ist aber sicher millionenfach geringer als der Einfluss, den wir natürlicherweise durch die jährliche Leistungsschwankung unserer Ur-Glühbirne, der Sonne zu erdulden haben.

Ebenso die Schwankung der Erdachse. Beben und El-Nino Jahre, (Erde läuft etwas unrund durch warmes Wasser an einer Stelle wo es nicht sein sollte) haben einen Einfluss auf die Richtung und die Periodendauer der Rotation. Wikipedia sagt uns wie viel:

Gelegentlich werden Einzelereignisse wie z. B. Massenverlagerungen aufgrund starker Erdbeben in den Daten sichtbar. In der Grafik sind die Auswirkungen eines besonders ausgeprägten El Niño im Winter 1982/83 deutlich zu erkennen. Das Seebeben im Indischen Ozean 2004 hat die Erdrotation so beschleunigt, dass sich die Tageslänge um 8 Mikrosekunden verkürzte.[1] Eine weitere Beschleunigung erfuhr die Erdrotation am 11. März 2011 nach dem Erbeben im Pazifischen Ozean vor der japanischen Küste: Die Erde dreht sich nun etwas schneller, "ein Tag ist nun 1,8 Mikrosekunden kürzer als zuvor".[2]




1.8µs  .. come on !!

Drittens pflichte dem DWD Wissenschaftler bei, dass es auf lange Sicht kein Indiz gibt, dass sich die Jahreszeiten verschieben, denn diese sind und bleiben im Wesentlichen von der Strahlungsbilanz der Erde getrieben und erfahren annuale Mutationen im Beginn durch die jeweilige Großwetterlage.

Schönen Tag !

Manfred

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