Donnerstag, 5. Juli 2012

"Überraschende" Sturzflut in Ritzing, Orkanböen im Innviertel, kanarische Kringel

Hallo,

doch einigermaßen überraschend ist die Serie der Schwergewittertage in Österreich wieder um einen verlängert worden. Überraschend für mich, weil ich gestern keine Zeit hatte, Karten anzuschauen und erst heute in der Früh die *Bescherung* gesehen habe ... Weils so zweifelhaft schön ist, beginnen wir mit dem Blitzloop der letzten 48 Stunden..... (lasst dem Ding Zeit zu laden, es lohnt sich ..)






Da sieht man nach den Infernalen Dienstagsgewittern nur eine kurze Pause am Mittwoch Vormittag, am Abend geht an der Alpennordseite schon wieder los, im Lauf des Donnerstags wird die Alpenrepublik sowohl von Westen, von Süden her, und, das ist das Besondere, auch von Osten her in die Zange genommen und es scheppert was das Zeug hält.... 2 Phänomene dieser heutigen Gewittersequenz im Detail später....

Dazu die Großwetterlage:


Nach wie vor wetterbstimmend ist die kräftige Südströmung an der Vorderseite eines markanten Höhentiefs südwestlich der Britischen Inseln. Von Osten her wurde dabei im Lauf der Nacht und Dienstag still leise und heimlich die bombige Luftmasse vom Dienstag gen Westen geführt....

2 Radarbilder davon... die Innviertlerin:



die Ritzingerin..


Erstere brachte in Waizenkrichen Orkanböen bis 130 km/h, sowie Großhagel auf einer breiten Schneise, letztere sorgte dafür, dass (meine) Station in Ritzing das erste mal seit ihrem Bestehen im Dezember 2009 unter allen anderen Stationen in Österreich hervorsticht, nämlich mit der höchsten gemessenen Niederschlagsmenge der Republik an diesem 5.7.2012, 56mm, davon 50mm in einer Stunde: (Ich weiß nicht ob in einen Davis Kübel viel mehr reingeht ...)




War das zu antizpieren ? Viele gestrige Modelläufe ließen auf einen nicht allzu spektakulären Gewittertag schließen, aber nicht alle. Gebetsmühlenartig, wie manche meinen, ziehe ich wieder das hauseigene RACE Modell aus der Tasche, das, Zufallstreffer oder nicht, die Entwicklung der Situation hatte es in seinem gestrigen 12-er schon gut antizipiert:

Da taucht die Innviertlerin auf, aus den Alpen heruasgetreten ... (in Wahrheit kam sie etwas weiter westlich nahe Salzburg heraus..)

 Da dann die Ritzingerin aus Osten ....

Un sogar die derzeitigen Abendzellen über den bayrischen Alpen waren drin.

Die Bestätigung erfolgte im heutigen  00-er Lauf...




Dazu dann noch das WRF Forecast Sounding von Sopron (10km nordöstlich von Ritzing)

.. bei 33 Grad volle Durchheizung der Atmosphäre, mehr als 2000 CAPE, kaum Scherung, der kleinste Anlaß reicht zur Zündung..

Gut, soll keiner glauben, ich red einfach nur gescheit daher, tue ich ja nicht, denn ich hab mir ja gestern keine Karten angesehen und konnte daher auch nichts antizipieren ...

Morgen hält die Schwergewittersituation abermals an, da es im Westen allmählich wieder frontal wird, im Osten bleibt die Heißluft mit Höchstwerten um oder knpp über 35 Grad vermutlich auch erhalten... (wir Pannonier sollten aber trocken über die Runden kommen, ausser es schleicht sich eine angedeutete hübsche Miss Slowakei ein ..)

Zum Abschluß etwas Versöhnliches:




Schaut vor die Küste Afrikas, zu den Kanarischen Inseln. Aus Nordosten bringt der Passat kühle Meeresluft, in Form einer gut gedeckelten Stratokumulusdecke zu den Inseln.  Hinter den Inseln reißt die auf und porduziert stromab weit verfolgbare Wolkenwirbel, die nach Südwesten wegziehen. Meteorologen nennen die Wirbelstraßen. Sie kommen bei stabil geschichterer Luft vor, die Strömung wird zwischen den Inseln kanalsiert, es wird Vorticity durch lokale Scherung produziert, und diese Vorticityknäuel werden von der Strömung mitgenommen. Sie ordnen die bei der Um- und Überströmung noch übrig gebliebene Feuchte/Wolken in Straßen und Kringeln an.

Lg

Manfred

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