Samstag, 24. Juli 2010

Rückschau Unwetter 23.7.2010

Hallo,

die Nachrichten sind wieder einmal voll mit Schadensmeldungen aus vielen Winkeln Österreichs, Schäden die von Unwettern am gestrigen Freitag angerichtet wurden.

Am Donnerstag hab ich ja eine kleine Einschätzunng abgegeben, wie der Freitag denn auch Gewittertechnischer Sicht aussehen könne, gleich vorab.. ich hätte schon am Donnerstag gewitter UND regentechnisch sagen sollen.

Fangen wir mit dem Radarloop des gestrigen Tages an:




Zur verifikation der Donnerstagsprognose lässt sich sagen. Ja, ausgehend von einem Wellentief hat sich im tagesverlauf ein dickes, konvektiv durchsetztes Ei gebildet, das von den Zentralalpen Richtung Oberösterreich und später Tschechien zug. Zwischenzeitlich gab es dabei keine Blitzentladungen, erst am nachmittag über Slazburg und Oberösterreich gab es vorderseitig des Ei's wieder Zellenbildungen.

Während der Regen nach Nordosten abdriftete, bildete sich am Abend über dem Mostviertel eine gewitterlinie auf Ostkurs, die auf Wien zusteuerte, die Stadt aber aufgrund des eigenen Todesfalles weitgehend verschonte. An der vorlaufenden Windkonvergenz bildete sich zur selben zeit eine enorme Gewitterlinie vom südlichen Wiener Becken bis in den Raum des östlichen Wien und zog als massive Squalline rasch nach Osten. Wien wurde also quasi übersprungen.

Die schlimmste Zelle des gestrigen Tages wütete wo ganz anders, und zwar entwickelte sich an der Ostseite der Pack am nachmittag eine Superzelle, die auf Ostkurs des Grazer Becken südlich von Graz überquerte und übder den Bezirk Jenbnersdorf weiter nach Ungarn zog. Mit dieser Zelle gab es Hagel bis 7cm, Orkanböen, auch ein Trichter KÖNNTE dabei gewesen sein, man wird die Schadenuntersuchung abwarten.

Die Situation im Blitzloop:





Sehr schön sind darauf die o.g Phänomene zusehen, den semi-konvektiven Cluster am Wellentief, die Verschärfung der Gewittertätigkeit über Oberösterreich und Salzburg, die Zellenbildungen über der Steiermark und dem Südburgenland, die Squall auf dem Weg nach Osten über Niederösterreich, der Tod nahe Wien und die Bildung der neuen Linie knapp hinter Wien.

Die Temperaturgegensätze zwischen Oscht und Wescht waren gestern Nachmittag denkbar groß: 



Das Wellentief erzeugt ein Gebiet mit maximiertem Druckfall über Oberösterreich und Salzburg:


Was zu einem teilweise undkurzzeitigem Rückdrehen des Windes auf Ost über Oberösterreich führt, später am Abend auch im Wiener Raum:


In sofern hatte ich da nicht ganz unrecht. Die Lokalmodelle deuteten in ihren 6 Uhr Prognosen beides an, den nach Nordosten abziehenden Cluster sowie nicht so organisierte Niederschläge in Form von einzelnen Abendgewittern im Osten und Südosten, wie auch im Süden.

Hintenran soll nicht unerwähnt bleiben, dass in Vorarlberg punktuell mehr als 120 Liter Regen pro Quadramtemer gefallen sind, z.B in Bregenz.




Diese gewaltigen Mengen entstammen zum einem der durchziehenden Welle gestern Vormittag (45 Liter), als auch heftigen schauerartigen Regenfällen heute tagsüber mit Stundenraten bis 18 Liter pro Quadratmeter.


Hier kann man sich mal die Vorhersage für die 36 stündige Regenmenge dreier Lokalprognosemodelle von gestern 6 Uhr ansehen:





Alle Modelle hatten die Quantität des Eregnisses irgendwie drin, auch die Verteilung, und das mittlere Modelle schaffte es sogar die Bildung der Squall über dem Nordosten Österreichs zu simulieren, eine Sonderbehandlung für Bregenz sieht man aber nicht.

Ausser wenn man in die stündliche Auflösung geht... da gibts was nettes:


Man beachte die schmale Zunge extremer Regenmengen über dem Raum Bregenz. Das Modell simuliert hier die Bildung eines Regenstreifens, der direkt mit dem warmen Wassers des Bodensees unter der hereinfließenden Kaltluft zu tun hat. Es könnte durchaus sein, dass der Bodensee mehr oder weniger direkt an den Vermurungen in Bregenz schuld ist, logisch wäre es bei dieser Konstellation. So ein Bodensee Lake effekt scheint aber nicht ganz so weit in den Bregenzerwald reinzureichen, wie das Modell hier simuliert, die heftigsten Mengen dürften direkt am Ufer beim Anstieg auf den Pfänder runterkommen ....

Zusammenfassend. Das Ei gab es, zusätzlich eine Squall ganz im Osten und mehrere Superzellen im Südosten. An der Alpennordseite heftigen Stau sowie Lakeeffektschauer am Bodensee. Also sehhhhhhhhhhhhhhhhhhhr viel gleichzeitig.

Lg

Manfred

Kommentare:

  1. So das Transportband übern großen Teich läuft. Soll sich so verhalten wie ein wasserschlauch der losgelassen wurde, mal sehn ob ers tut. Meine Treffgenauigkeit lässt noch zu wünschen übrig, siehe schönwetterkanal für Klagenfurt viel zu breit, Zielpunkt war etwas rechts neben dem südlichstem Zipfel Österreichs. dafür hat die Sturmbremse gehalten im Golf von Mexiko, wer weiß wo das Öl sonst hingefegt worden wäre,auch der Ablandluftkreisel der das öl auf dem Wasser halten sollte steht noch so leidlich hab ihn zu oft vergessen. liegt vieleicht auch daran das ich ihn mit der Uhr laufen ließ. sowas soll wohl nicht so häufig vorkommen...

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  2. auch Nordafrika soll ein bischen mit abkriegen das läuft schon mehrere Tage jetzt tut sichs ausbreiten

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Da kenntat ja jeder kumman ...! Dennoch ... Hier ist Platz dafür :) !