Mittwoch, 27. April 2011

Grenzwetterlage nächste Woche ?

Hallo,

wie versprochen eine Betrachtung der synoptischen Situation der kommenden 6 Tage... wie immer muss am Start einer solchen ein verständnis der aktuellen Lage herrschen, ohne dieses ist es schwer, nachzuvollziehen, was da wirklich geschehen wird ;)




Das auffallendste Element auf dem Satellitenbild ist der exemplarisch schöne Kaltllufttropfen mit seinem Kern über Bayern, der weiter auf Westkurs ist und sich daher langsam von Österreich wegbewegt.

Das für uns mittelfristig interessanteste System ist das gealterte Frontensystem westlich der Britischen Inseln. Es steht mit einem Kurzwellentrog in Verbindung:


Wie auf der Karte schon erkennbar ist, ist der Kurzwellentrog nur ein randtrog eines noch intensiveren Troges über Grünland. Dieser Haupttrog stösst nun bis morgen weiter nach Südosten vor und lenkt die kleine Welle erst nach Nordosten...


Man sieht wunderbar, wie sich durch die Warmluftadvektion des Haupttroges hinter der kleinen Welle ein starker Keil aufbaut. Ein Prozess, der in den darauffolgenden 24 Stunden beschleunigt weiter geht:


Der Keil hat sich nun soweit aufgewölbt und ist so dominierend geworden, dass er die kleine Welle an seiner Vorderseite nach Süden lenkt. Wie schon öfter in diesem Blog erwöhnt. Das ist der ganz klassische Ablauf des Downstream-Developments !



Durch den Anschluss an das arktische Kaltluftreservoir vertieft sich der kleine Höhentrog zu einem doch recht ausgewachsenen Gebilde (man kann das ruhig ein Leben nach dem schon fast sicheren Tod nennen !) und dringt weiter nach Süden, Richtung Alpen vor.


Wo der Prozess unter bodennaher Kaltluftzufuhr aus Norden dann vielleicht zum Stillstand kommt:


Für den Wetterablauf heißt das bei uns Folgendes. In den kommenden Tagen jeweils am Nachmittag etwas gewittrig. Am Sonntag dann im Vorfeld der aus Norden hereinrückenden Kaltlfront verstärkte Gewittertätigkeit an der Alpennordseite und im Osten aufgrund des Sandwich-Prozesses ( :) , das meine ich ernst ! Die Warmluft wird sandwichmässig zwischen Kaltfront und Alpen eingeklemmt und quasi ausgepresst.)

Für den Montag und Dienstag bzw. Mittwoch ist dann interessant, ob eine Verbindung zum Tief im Südwesten aufgebaut werden kann oder nicht. Wenn ja, stellt sich eine stationäre Luftmassengrenze über den Alpen ein, an der Randtiefs immer wieder Regen bringen können, keine allzu erbauliche Variante. Vollzieht sich der gesamte Prozess weiter westlich, so gelangen die Alpen an eine permanent labile und warme Vorderseite, wie ein Kollege von mir trefflich gestern bemerkt hat. Geht das alles östlicher von statten, passiert gar nix, außer das es kälter wird. Das deckt so ziemlich die Bandbreite des derzeit möglichen ab.

Sollte der Leser also heute auf einer x-beliebigen Wetterwebseite lesen: "Am Montag wird es .." so repräsentiert das eine vorgegaukelte Sicherheit, die jeglicher Modellgrundlage entbehrt. Liest man "Am Montag kann es....." dann kommt das dem, was man sagen kann, am allernächsten. Morgen dann mit mehr Details, selber Ort, selbe Uhrzeit :)

Lg

Manfred

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