Dienstag, 12. April 2011

Momente eines Kaltfrontdurchganges

Hallo,

wie erwartet ist heute im Lauf des frühen Nachmittages eine Kaltfront über Österreich gezogen und hat das eine oder andere spektakuläre Phänomen produziert.

Es ging mit Überraschungen los, nämlich mit Schauern und einem Gewitter sehr zeitig in der Früh, so gegen 8 Uhr:


Die Bewölkung bestand zu diesem Zeitpunkt im Osten Niederösterreichs und über Wien aus Cumuli und Cumulonimben. Wie diese überraschende Labilität zustande kam, bzw. wo sie herkam, kann ich anhand eines Fehlers meiner gestrigen Frontenanalyse erklären. Ich erinnere:


Das war ein Fehler. Die Front lag eigentlich erst weiter westlich und manifestierte sich in dem schmalen Wolkenstreifen quer über England. Das was ich da eingezeichnet habe, war eigentlich eine Warmluftschuppe, bestehend aus feuchterer, wärmerer Luft, also eine Art Okklusion vor der Kaltfront. Man sieht diese Schuppe in den Modellen in der Früh an der Alpennordseite liegen:


Die Kaltfront ist um diese Zeit noch über Bayern. Hier eine Animation, die die Annäherung des Troges aus Nordwesten in den darauf folgenden Stunden mit dem Vorticitymaximum in Rot aufzeigt.. die Front liegt dabei am Vorderrand des gebogenen Vorticitymaximums:






Am Nachmittag entwickelte sich an der Frontlinie über Niederösterreich und Wien ein kräftiges Gewitter:



Die gesamte Evolution im Stundenschritt habe ich mit dem neuen Tool gemeinsam mit dem Bodenwind in eine Animation gestellt:




Blitze gab es über den Tag verteilt so einige:




Summa Summarum: Eine KF, die die Erwartungen an Aktivität sogar übertroffen hat und mit dem Überraschungseffekt in der Früh in Wien, NÖ, OÖ und dem Burgenland den Autor einmal mehr darauf hingeweisen hat, dass man oft schon ganz genau hinschauen muss, um das Wichtige zu erfassen ..

Lg

Manfred

Kommentare:

  1. auch hier in und um innsbruck wars spannend:
    fast sämtliche kaltfrontniederschläge wurden durch den stürmischen nordföhn aufgefressen (böen bis 80km/h gemessen), die schneefallstreifen an den hängen hingen schon weit runter...
    es folgten ein paar stunden ruhe in der postfrontalen subsidenz, bevor mit der auf nord drehenden strömung die schönen, rückseitigen schauerstaffeln gegen die alpen ge- und ausgepresst wurden: 20-40cm neuschnee (von nord nach süd abnehmend) bis zum hauptkamm waren die folge. hier auf 670m warens vorhin immerhin 0,5cm schneeflecken ;)

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