Dienstag, 30. März 2010

Aus eins mach zwei


Hallo,

das aktuelle Satellitenbild mit Fronten darauf sieht etwas verkorkst aus


.. und man möchte meinen, dass es mit jenem von gestern um die selbe Zeit eigentlich nicht mehr viel zu tun haben kann. Dass die nahe Verwandtschaft aber dennoch gegeben ist beweist die Entwicklung im Satellitenfilm:



Was geschieht, um von seiner so schönen SHPK Zyklone von gestern auf die aktuelle Darstellung im IR Bild zu kommen ? Eines zeigt der Film sehr schön, es ist kein neues System von *hinten* in das Tief reingewandert, die Entwicklung hat in der Luftmasse des Tiefs selbst stattgefunden. Man sieht den Ausgangspunkt gestern Früh als sich in Kernnähe ein neues, spiralförmiges Wolkenband zu organisieren beginnt, gleichzeitig die nach Osten ziehende Hauptkaltfront des Tiefs immer schwächer und diffuser wird und nunmehr als faseriges Überbleibsel über den Alpen liegt. Im Kernbereich von Kerstin hat eindeutig eine Frontverschärfung stattgefunden. Das kann schon geschehen, denn auch hinter Kaltfronten in der Kaltluft gibt es Temperaturunterschiede, und wenn das Windfeld in der Kaltluft frontogenetisch wird (sprich z.b konvergent oder konfluent), dann können diese Temperaturgradienten aufkonzentriert werden, sich also verschärfen. Das bleibt zirkulationstechnisch nicht ohne Folgen, vorderseitig des neuen Bandes setzt Warmluftadvektion ein, der vorderen, alten Front geht die Nahrung verloren und sie geht allmählich ein. Mehr und mehr übernimmt die Front die Rolle der Hauptluftmassengrenze. Höchst ungewöhnlich, sicher keine Frontenbildung wie sie im Lehrbuch steht. Die Dynamik des ablaufenden Prozesses hat dazu geführt, dass sich nunmehr neue Boden- und Höhenkerstinen gebildet haben, man also von einer Kerstin II sprechen müsste, womit ich der Darstellung der von mir sehr geschätzten FU Berlin leider ein wenig widerspreche. )ist aber mehr eine Lappalie)



Das ist nicht einfach nachzuvollziehen, aber ich versuchs.


Gestern 6 Uhr ist K südwestlich von Irland:


Um 12Z eine Aufweitung der isobaren Richtung Irland

 K nördlich Spanien, Geburt von K2 Irische See


Rest K südwestlich Bretagne, K2 über Wales


K2 über Wales, Best K Bretagne


Nur noch K2 vorhanden, K nur ein Trog.
Dass Kerstins alte Kaltfront tatsächlich, wie am Satfilm erkennbar schon über den Alpen liegt, bleibt nicht ohne Folgen für das Höhenfeld und erklärt warum aller Erfahrung mit anderen Föhnfällen zu vor in diesem Fall das Höhenpotential schon weit vor der Hauptluftmassengrenze zu fallen begonnen hat (Abkühlung in der Mittelschicht).

Vor Kerstin II*s Kaltfront wird jetzt jedenfalls in tiefen Schichten nochmal ordentlich Warmluft zu den Alpen und über die Alpen hinweg nach Norden geführt, der Föhn wird tagsüber wieder zulegen.

Wie gesagt, ich bleibe tendenziell dabei dass der Föhn in einigen inneralpinen Tälern recht ruppig ausfallen wird, die eine oder andere 80-er wirds in den prädestinierten Föhntälern schon geben, windig wird auch das östliche Flachland als auch Unterkärnten, die Weststeiermark (Jauk !) sowie das untere Murtal von Leibnitz bis Bad Radkersburg durch den Tag gehen, da hier die *Wind*strasse ins östliche Slowenien offen ist.

Spätnachmittags und Abends wird diese den Föhn mit von Südwesten durchziehenden Regenfällen beenden, da sich der Tiefkern von K2 kaum noch verlagert bleibt Österreich von der zweiten Staffel Kaltluft einigermaßen verschont, diese legt sich etwas verwellend in der Nacht auf Donnerstag und am Donnerstag über die Alpen. Vorübergehend kann es inneralpin auch bis in die Täler schneien, was Ende März kein Grund zur Beunruhigung ist.

Allzu nachhaltig sollte dieser Dämpfer nicht sein, da auch im weiteren Verlauf die Tiefdrucktätigkeit über dem Ostatlantik bleibt und wir damit tendenziell eher mit südwestgeprägten Wetterlagen zu tun haben werden. Damit sind wegen des generell zyklonalen Einflusses und der Nähe Österreichs zur Frontalzone keine allzu milden Werte zu Ostern drinnen, wenigstens werdens keine weißen Ostern.

Lg

Manfred

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