Montag, 9. November 2009

Gedanken zur mittelfristigen Wetterentwicklung

Ich beginne mal mit etwas einfachem und schreib ein paar Gedanken zur Entwicklung der Europäischen Großwetterlage der nächsten 10 Tage nieder.

Nach sprichwörtlichem Heiß+Kalt im Oktober ist ja im November erstmal die Normalität eingekehrt. Die großen Schigebiete scharren in den Startlöchern und denken laut über einen Vorzeitigen Start der Saison nach, wenn die Saison nicht gar schon begonnen hat. So viel gleich vorweg: Hochwinterwetter mit Schnee bis in die Täler und Niederungen wirds in der Mittelfrist, also den nächsten 5-10 Tagen nicht mehr spielen, das ist schon recht gut abgesichert. Warum, mag man fragen ? Gehen wir mal vom aktuellen Zustand aus:



Das ist eine Höhenwetterkarte, eine Prognose für die mittelhohe Atmosphäre für Montag, 12 Uhr Weltzeit. Das grüne Ei südwestlich von Österreich ist ein Höhentief, das langsam weiter nach Osten zieht und für Regen bzw. Schneefall im Gebirge sorgt. das Wetter der kommenden Tage wird allerdings über dem Atlantik kreiert. In der linken oberen Bildecke sieht man ein vielbesungenes Islandtief, dazwischen, über dem Ostatlantik liegt ein kräftiges Hochdruckgebiet. Das geschulte Auge sieht sofort, dass sich mit so einer Konstellation kein Winter machen lässt, ganz im Gegenteil. Zieht das Genuatief erstmal ab, macht sich das Hoch aus Westen bei uns breit und in weiterer Folge kommen wir an die Vorderseite des Islandtiefs, das Richtung Skandinavien weiter zieht. Vorderseite heisst Südwestströmung und damit Herantransport von milder Luft.




Das vollzieht sich dann bis zum Freitag und ist auch von den Modellen her gut abgesichert. Nach ca. 5 Tagen kommt die Zeit ab der man sich auf die Modelle nicht mehr richtig verlassen kann und mehr mit seinem Gespür bzw. mit Logik arbeiten muss um überhaupt eine Vorhersage über den generellen Trend des Wetters machen zu können. Bei dieser Konstellation heisst das: Der Tiefdruckkomplex westlich von England ist sehr ausgeprägt, da werden immer wieder Randtiefs vom Mittelatlantik Richtung Skandinavien ziehen. Vorherschend bei uns Südwest- bis Südostwind, in den Bergen mild, im Flacghland teilweise kalte Nebelsuppe. Zwischendurch vielleicht mal ein Kaltfrontstreifschuss mit Winddrehung auf West und etwas Schneefall bis ins Mittelgebirge, dann aber gleich wieder föhnig.



An der Angelegenheit würde sich wahrscheinlich bis weit in die nächste Woche hinein nichts ändern.  Damit sich der generelle (milde) Wettertrend dieser unter den Meteorologen als *südliche Westsüdwestlage* verschrieenen Winterkillerlage ändert muss z.B über dem Mittelatlantik der Luftdruck steigen, das würde dann allmählich Tiefs aus Nordwesten zu uns lenken, damit würde es kälter. Oder es baut sich über Mitteleuropa ein blockierendes Hoch auf, das in weiterer Folge etwas nach Westen rutscht und den Weg für Kaltluft aus dem Nordosten freigibt. Damit sind wir aber im Bereich der Spekulation bzw. des Wunschdenkens gelandet und es ist an der Zeit hier zu enden.

Die Essenz: Die Etablierung massiver Tiefdrucktätigkeit westlich von England wird das Wetter bei uns über Tage hinweg für die Jahreszeit mild gestalten. Der nächste Gruß vom Winter ist noch weit weg. Alles normal.

MS

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