Mittwoch, 18. November 2009

Warum es bei uns nicht kalt werden kann - Die Zirkumpolarkarte

Die Karte, um die sich dieses Post dreht, ist nicht einfach zu verstehen, aber sie sagt eine Menge über die mittelfristige Wetterentwicklung aus. Ich schreibe über eine besondere Wetterkarte - die Zirkumpolarkarte. Bei der Zirkumpolarkarte befindet sich der Beobachter über dem Pol, in unserem Fall dem Nordpol und schaut auf die Erde. In diesem Fall sieht er den Bodendruck und die Temperatur in 1500m Höhe. Die Karte ist so gewählt dass Europa *unten* ,also wenn man die parallele mit einer Uhr zieht, bei 6 Uhr zu liegen kommt.



Für den Meteorologen wichtig ist hier eine Symmetriebetrachtung. Wo liegt das Zentrum der kalten Luft ? Liegt es direkt über dem Nordpol (Was man vermuten möchte) oder ist es verschoben, und wenn ja, wohin ?

Sieht man sich die Karte genauer an, bemerkt man das das Zentrum der Kaltluft vom Nordpol Richtung Asien/Sibirien verschoben ist, von uns aus gesehen also auf die andere Seite der Erde.

Zur Orientierung: China befindet sich (wieder an das Ziffernblatt einer Uhr denkend) zwischen eins und halb 3, bei 3 liegt Indien, während die USA bei 9 Uhr zu liegen kommen.

In weiten Teilen Chinas ist es derzeit bitterkalt, sogar die beinahe tropische Temperaturen gewöhnten Bewohner von Hong Kong haben es mit eher mauen 10 bis 15 Grad zu tun. Der Kältepol liegt über Sibirien, während es zwischen den USA und Europa vergleichsweise warm ist. Das ist aber nun das Thema. Genau aus dieser Gegend etwas östlich von Grönland kommen aber die winterlichen Kaltluftvorstösse  die uns Schnee und Frost bringen. Dort ist aber zur Zeit nix zu finden ! Ganz im Gegenteil. Auch über den USA weit und breit keine Spur eines Kaltluftreservoirs.

Und dass die Kaltluftblase von Sibirien Richtung Westen zu uns wabert ist extrem unwahrscheinlich. Der Prozess der Verlagerung des Kaltluftzentrums, das auch die Tiefs und Hochs und damit Strömungen und Winde bei uns steuert zieht sich über Wochen hinweg. Ist das Zentrum, einmal um den Pol herumgewabert, nördlich von Skandinavien angekommen, dann wird es für uns interessant und dann kann es auch eine markantere Umstellung der Großwetterlage geben. Bis dahin rinnt aber noch viel Wasser die Donau hinunter.

Gruß

MS

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