Mittwoch, 5. Januar 2011

Die guten ins Töpfchen, die Schlechten ins .. Fernsehen/Internet ?

Vorab, das Ergebnis der WettertatsionsPatenwahl steht nun fest.... abzurufen Hier [Ergebnis]und Hier [Erklärung] 


UND.. wer herausfindet, wen ich im folgenden Blogeintrag als TYP4-Verbannenswerten selbsternannten METEOROLOGEN meine, und diese Information als erste(r) an manfred.spatzierer (@) gmx.at sendet, bekommt, am 3. Mai 2011 ein Eis im Stanitzel mit 3 Sorten der Wahl spendiert.

Hallo,

heute werd ich mal ein bisschen frech ;). Es ist mir gerade im letzten Jahr aufgefallen, dass immer mehr Meteorologie in die neuen Medien drängt, dieser Blog gehört ja irgendwie dazu. Es gibt mittlerweile zahlreiche Blogs zum Wetter, Facebookseiten, Kolumnen auf Portalen und so weiter und so fort. Geradezu eine Explosion an Information über Meteorologie spielt sich ab. Die Frage ich mir hingegen beim Durchstöbern stelle ist, wieviel davon ist entbehrlich ?

Kategorisieren wir mal die synoptischen tätigen (Medien)Meteorologen....

TYP 1) hat Meteorologie studiert, hat aber gleichzeitig keinen Tau von Synoptik und ist darauf angewiesen, prostprozessierte Modelle herunterzubeten.

TYP 2) hat Meteorologie oder ein artverwandtes Fach zumindest grossteils studiert und kann mit der Materie der Synoptik sattelfest umgehen

TYP 3)  hat nicht Meteorologie oder ein artverwandtes Fach studiert, doch die wissenschaftliche Vorgehensweise ist dennoch die Triebfeder ihres oder seines Schaffens .. Sehen -Lernen - Verstehen - Schlußfolgern

TYP 4) ist nach TYP 1) der schlimmste und unangenehmste. Hat nicht studiert, interessiert sich zwar fürs Wetter, hat aber keinen Tau davon was sie/er spricht, neigt eher dazu, das Wetter zu prognostizieren, das er/sie gerne hätte, hat aber gleichzeitig aber einen prominenten Platz in alten und neuen Medien, nennt sich voll Stolz Meteorologe.

Viele kennen einen TYP4 auch in anderen Bereichen, z.B die Mali-Tant in der Familie, die es immer besser als die Ärzte weiß und meint, bei Lungenkrebs reichten Wadenwickel zur Heilung ...  es gibt ihn auch massenhaft in der Alltagspolitik, (ehemalige WissenschaftsministerInnen und LandeshauptMänner) ..Beispiele ohne Ende... aber wir bleiben hier beim Wetter.


Wie kann nun der Alltagsnutzer von alten und neuen Medien erkennen, ob man TYP4 zum Opfer fällt ? Hier einige auffällige Verhaltensmuster des Homo Met. Ignorans:

1- HMI glaubt wirklich, dass er/sie etwas vom Wetter versteht und wird nicht müde, das süffisant zwischen den Zeilen durchklingen zu lassen

2 -HMI lobt sich gern selbst und badet in der Menge

3- HMI glaubt tatsächlich, dass er/sie wichtig ist

4- HMI gebietet dem Wetter sich an seine/ihre Vorhersage zu halten

5- HMI lässt nicht zu, was nicht sein darf

6 - HMI wählt das Modell, das am extremsten ist, und klammert sich an den letzten kalten Ensemblemember wie ein Ertrinkender
7 - HMI geht in keinem Wort darauf ein, so die Vorhersage, wie öfter der Fall, vollkommen versemmelt wurde

Hier einige Quellen zu aktuellen Wetterinformationen, die garantiert NICHT von HMI's stammen:

Clemens: http://alpen-wetter.blogspot.com/

Dani: http://wetter-schweiz.blogspot.com/

Frank Abel http://www.frank-wettert.de/

Sigi ? http://www.facebook.com/SigisWettermix

... also immer wieder auf's neue empfehlenswert sind.

Ob ich selbst ein HMI bin ? Ich hoffe doch nicht, auch wenn meine Aussagen manchmal vielleicht zu selbstsicher rüberkommen. Eigentlich bekomme ich jedes Mal die Freisen wenn ich mich nach außen in eine Richtung festlege ..

Ob ich mich über andere Meteorologen stelle ? Nöp.. ich kann wenn's berechtigt ist, auch einstecken und rege mich nur über offensichtlichen Schwachsinn auf.

HMI's findet man auf einzelnen, prominenten Wetterportalen und in der Vielzahl in einschlägigen Wetterforen, deren vieler in Deutschland  beheimatet sind. UND, damit das klar ist, ich impliziere nicht, dass unser ehem. Firmenpartner zu den HMI's gehört, der ist meteorologisch gesehen bei TYP2 daheim. (legal disclaimer, on ne sait jamais...).

Für die HMI's dieser Welt ist es nicht zu spät, Einkehr zu zeigen. Der erste Schritt wäre, uns Leser und Berufskollegen mit dem aufdringlichen Narzissmus zu verschonen, und erst einmal zu lernen und zu kapieren, bevor getippt und gesprochen wird.

Früher hat der Schmied Zähne gezogen, heute würde man sich empören. Unlängst wurde in Wien ein falscher Notarzt wegen vorsätzlicher Tötung verhaftet. Warum nicht beim Wetter ?

Wie gesagt, an meiner Typisierung wird klar, dass jemand nicht zwingend Meteorologie studiert haben muss, um souverän mit dem Thema umzugehen, der angeborene wissenschaftliche Sinn für unsere Umwelt und die Phänomene kann hier viel akademisches *ersetzen* und regt vor allem zum Selbststudium, der eigenständigen Beschäftigung mit der Materie an. Ein(e) MeteorologIn des Herzens.

Genausowenig sagt allein der Titel Dipl. Met. oder Master etwas aus, wie nicht jeder Arzt, der eine Uni erfolgreich absolviert, ein guter Arzt ist.

Es würde reichen, würden nur Typ2 und 3 prominent in Medien sein, Typ 1 im Hintergrund seine Arbeit versehen, und Typ 4 dem nachgehen, was er oder sie wirklich gelernt hat. Mein Wunsch an 2011.



Lg

Manfred

Kommentare:

  1. Dann bezeichne ich mich mal frech als Hybriden zw. Typ 3 und Typ 4 *g*
    Warum? Ich hab durchaus Kenntnis davon, wie ich die Modelle zu deuten habe, maße mir aber nicht an, auch alles zu verstehen. Aus dem Grund sag ich gern mal "Das kann so kommen, aber ich sichere es nicht 100%ig ab." Grad bei ner Gewitterlage, die auch für uns interessant ist, vergess ich gern mal unsere geographischen Gegebenheiten und hoffe auf das günstigste Ergebnis. Grad bei labilen Lagen kann man nie 100%ig vorhersagen, dass es auch gewittrig wird, daher kommt immer der WENN-Faktor dazu.
    Warum also Typ 3/4? Modelle sind für mich IMMER eine Vorlage, kein verlässlicher Faktor. Ich traue Modellen zwar, sage ein Gewitter aber ERST voraus, wenn ich um mich herum sehe, dass der Cumulus auch einen Eisschirm ausbildet bzw einen Niederschlagsstreifen gebildet hat, beziehungsweise ich am Radar sehe, dass hier auch tatsächlich langsam etwas auslöst.

    So, was ich eigentlich sagen wollte ist, dass Kritik bzw Selbstkritik an sich in Ordnung ist, jedoch diese sehr stereotypischen Typisierungen für mein Empfinden etwas arg destruktiv ist. Da halte ich es (und nein, da wär ich der Falsche dafür) für besser, besagte Typen bei der Hand zu nehmen und in die rechten Wege zu führen, denn gerade diejenigen, die es nichtkommerziell tun, und sich nicht ins Rampenlicht stellen sollten mit etwas Hilfe besser werden, damit sie auch ein berechtigtes Erfolgserlebnis bekommen.

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  2. Hallo Manuel, Kritik ist sinnreich, aber ich denke du hast dieses Posting in den falschen Hals bekommen, da es eindeutig um prominente *Meteorologen* geht, also nicht um Dich, nicht um mich.

    Typ2 und Typ3 mögen zwar etwas mehr Unterteilung bzw. Profilschärfung benötigen, sodass du dich auch bei 3 zu Hause fühlst. sonst trifft aber alles so ziemlich meine Gedanken. Und wenn diese in dem Fall stereotyp sind, dann ist es eben so.

    Destruktiv: Ja, weil ich mich über ein, zwei Typ4-er regelmässig ärgere und zwar richtig. Und würden die, mit dem was sie tun aufhören, wäre es gerade recht.

    Gruß

    Manfred

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  3. Hallo Manfred,

    ich kann deinen Ärger durchaus nachvollziehen. Die schwache Performance des Wettergeschehens in Funk+Fernsehen ist ein Trauerspiel ohne nennenswerte Variationen.
    Ich habe allerdings schon lange keinen Fernseher mehr und auch mein Radio wird immer seltener verwendet. Im Internet kann man sich Informationen viel selektiver und weniger hirnzermatschender zu Gemüte führen, natürlich gibt es auch hier genügend substanzlose Selbstdarsteller, aber immerhin keinen öffentlich-rechtlichen Zwang sie alternativlos konsumieren zu MÜSSEN.
    Servus,
    Michaela

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  4. Ich hab das Posting schon in den richtigen Hals bekommen, ich weiß sehr wohl worum es geht *g*. Aus dem Grund les ich keine Zeitung oder nehm die Wetterberichte der Medien groß ernst. Nehmen wir mal zum Vergleich wetter.tv her. So. bevor ich mich unbeliebt mache, sag ich hier mal DEUTLICH, das ist das positive Beispiel. Als negatives Beispiel nehm ich mal wetter.de her:

    Der Ottonormalkonsument gibt sich für gewöhnlich mit den Daten zufrieden: Morgen wirds schöner, bissl bewölkt, aber schöner, während Leute, die sich informierter fühlen wollen bei labilen Wetterlagen fragen "ja, zu wieviel Prozent, und vor allem wann?" - Gebührenpflichtig ist das Angebot von wetter.de, wo man sehr ungenaue Radarvorhersagen u. A. für eine monatliche Gebühr konsumiert, dass sich jeder Wetterinteressierte, der etwas mehr in der Szene drinsteckt graust.

    wetter.tv bietet sehr leicht verständliche Informationen, großteils auch abgespeckt ABER zusammengefasst! Wenn man sich informieren will, was die Daten vorhersagen, dann ist die beste Plattform diejenige, die auch wirklich umfangreiche Information aufbereitet und sich diese Mühe auch gern macht.
    Der Durchschnittsinteressierte verlässt sich dann einfach auf das, was in der "Österreich" steht. Grauenvoll, wohlgemerkt. Aber die Medien sind heutzutage einfach so. Prominente Meteorologen, die bei öffentlichen Sendeanstalten arbeiten, weil sie einfach hübsch aussehen, geben dir kaum Informationen raus. Und die, die du bekommst sind so spärlich und unwesentlich, dass man sich fragen müsste, ob sich dafür jahrelanges Studium auch wirklich ausgezahlt hat.

    ABER - da haben wir nun ein grundliegendes Problem! Denn sowas gibt es leidergottes auch im Privatbereich, und ich hab oft in diversen Forum mitlesen müssen, wie man solche Leute (zu denen gehörte ich zum Glück ja nun nicht) gemobbt werden, und zwar, OHNE sinnvolle Kritik zu äußern. Denn dieses Modell lässt sich eben auch auf Interessierte anwenden, welche ihre kleinen privaten Wetterstationen betreiben und darum kämpfen müssen, dank dieser Medien nicht ernstgenommen zu werden.
    Jedenfalls erlebe ich derlei Verhalten besonders oft im nichtmedialen Bereich. Für diejenigen wär dieser Blog übrigens sehr informativ, und ich selbst lese ihn außerordentlich gern. Dieser Missstand aber muss mal aufgeführt werden, denn sobald einer alles besser als der Andere wissen will, und das ohne stichhaltigen Hintergrund, befinden wir uns sehr rasch in eben diesem Sumpf wieder.

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Da kenntat ja jeder kumman ...! Dennoch ... Hier ist Platz dafür :) !