Donnerstag, 6. Januar 2011

Nachhaltige Umstellung auf West- Westsüdwestwetter ?

Hallo,

heute etwas verspätet, aber es ist ja der gute Wille der zählt ;) Hab das Sommerwetter genutzt um ein paar Winkel der Stadt mit dem Rad zu erkunden.. egal, zum Wetter in Mitteleuropa:

Das was ich vor einigen Tagen schon zart als Möglichkeit angedeutet habe, scheint nun Realität zu werden. Der Winter 2010/2011 legt einen astreinen Stilbruch aufs Parkett.

Die aktuelle Lage:


Ein Kampf der Luftmassen um die Vorherrschaft in Europa tobt auf dem Bild. Zum einen versucht das Tief mit Zentrum vor Norwegen vergeblich Arktikluft nach Süden zu schaufeln, ein Tiefdruckkomplex über dem Ostatlantik hält mit Warmluftvorstössen in mindestens 2 Staffeln erfolgreich dagegen. Mit dem Vorrücken des Atlantiktiefs nach Osten steilt die Strömung bei uns langsam immer mehr auf, die Hauptfrontalzone schleift Richtung Skandinavien, und bei uns setzt sich mehr und mehr die milde Höhenluft durch. In den Niederungen wird Hochnebel lange gegen eine zu rasante Milderung opponieren, gefrierender Regen wird an der Alpennordseite ein Thema, auf den bergen und den prädestinierten Föhntälern (Brandertal, Klostertal, Teilen des Inntales, Krems- und Steyrtal etc pp.) wirds aber bacherlwarm. So.


Was ist nun der Stilbruch ? Im Gegensatz zu den Ansatzweise ähnlichen Wärmeperioden im Dezember (um Maria *gehtnicht* unbefleckte Empfängis und Weihnachten, fehlt nach dem Wochenende ein auch nur ansatzweise vorhandener Keil über dem Ostatlanik, der Kaltluft, die gar nicht mal so weit weg wäre, aus Nord bis Nordwest zu uns lenken könnte. Ganz im Gegenteil, der Mittelatlantik schickt ein südliches Tief nach dem anderen Richtung Europa auf den Weg, auf Tage hinaus, sodass kurze Trogschleifer relativ unbemerkt bleiben werden, was die Temperatur angeht.

Eindrucksvoller als im text ist das vielleicht auf der Nordhemisphärenkarte zu sehen. Gewählt der termin in 102 Stunden, bei dem ich davon ausgehe, dass das Muster, das darauf zu sehen ist, sich annähernd so einstellen wird:


Der gesamte Kältepol ist DRAMATISCH nach Sibirien und Ostasien verschoben, ein markanter Keil lagert über den Vereinigten Staaten und kräftige Tiefs reihen sich entlang einer kräftigen Frontalzone von Labrador bis Lappland. Dies ist die berühmte , milde, Löschkette, die persistent Eimerweise milde Atlantikluft nach Kontinentaleuropa schaufelt. Und deren Unterbrechung nur beim letzten Tief stattfinden kann. Dieses ist aber, wie gesagt einige 1000km von uns entfernt, sodaß man überschlagsmäßig, wenn das Muster einer aus ähnlichen Fällen bekannten Entwicklung folgt, frühstens ab Monatsmitte mit einem substantiellen Kaltluftausbruch zu uns rechnen kann. Hier sind wir zutiefst im Bereich der Speckulation, die zwar logisch begründet ist, aber am Ende doch nur Speckulation bleibt.

GFS hat diesen Ausbruch hinter dem letzten Tief unter Hochdruckaufbau über Nordeuropa um die Monatsmitte seit nunmehr 4 Läufen drin, allerdings, bevor das nicht in den 6 oder 7 Tage Bereich rutscht, sollte man zu tiefgehender Interpretation absehen.

Genießt also die sumpfig-milde Seite einer verhatschten Westlage :-)

Wie sieht es bei *mir* aus ?


Zu Zeit ist es im gesamten Kontinent bis auf das südliche Westaustralien hochsommerlich heiß, der vorgestern angekündigte Resttrog für Queensland sorgt im Süden des Bundesstaates für teils heftige Gewitter. Mittelfristig sieht man keiner nachhaltigen Entspannung entgehen:


Der Druck im Süden steigt stark an, das ganze Land kommt unter ein Ostwindregime, der Wind ist an weiten Teilen der Ostküste synoptisch und lokal bedingt auflandig, mehr, teils heftige Passatregenfälle und/oder Gewitter stehen auf dem Programm.


Lg

Manfred

Kommentare:

  1. <... zutiefst im Bereich der Speckulation>
    hm, aber nur betrachtet aus der unterschwart-perspecktiefe?!
    ;-)
    danke für alle erkenntnisse.
    fröhliches schaffen.

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  2. Lese sehr gerne bei Dir;
    aber sag, schreibst Du absichtlich immer "Speckulation"?
    ...
    Darüber spekuliere ich schon `ne Zeitlang..;-)

    LG Elena

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  3. Speckulation mit Blunzngröstl.

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  4. "Maria *gehtnicht* unbefleckte Empfängis"

    Nebst dem alljährlichen Shoppingfest geht's am 8. Dezember allerdings darum, dass Maria in ganz normaler Art und Weise gezeugt wurde. "Unbefleckt" bedeutet, dass Gott sie von der "Erbsünde" (die Geschichte mit Adam und Eva) befreit hat. Wer dran glaubt, braucht sich also keine Sorgen darüber zu machen, dass Jesus das Produkt einer Blitzschwangerschaft gewesen sein könnte ;-)

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  5. so verwunderlich ist der regnerische januar auch nicht. da es im oktober zu kalt war, ist es erwartungsgemäß im januar eher warm (zu 70 prozent). zudem war es ende november sehr feucht (wenn auch als schnee) - ein zeichen, dass auch der februar sehr feucht wird. eine passende analyse von zwei dwd-wetterexperten dazu gibt es hier:

    http://www.brennstoffspiegel.de/frame.php?module=articles&id=9860&page=1&menu=7

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  6. Hallo ano,

    werde ich mir beizeiten durchlesen. Was mich persönlich betrifft, mich interessieren jahreszeitlich bedingte Wahrscheinlichkeiten (kalter Oktober, milder Jänner) tendenziell weniger. Mich interessiert mehr die konkrete, kurzfristige Kausalität, welche Konstellationen zu nachhaltigen Umstellungen der GWL führen. das hat dann mit Überrschung nichts zu tun, und ich bin auch nicht überrascht, im Gegesnatz zu anderen. Da nun die WSW-Rutsche etabliert ist, harre ich der Anzeichen einer Umstellung in eine andere Richtung

    lg

    M.

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  7. Der Flachlandwinter ist wohl vorbei, da hatten wir Ende November bis Mitte Dezember ein paar feine Schneefälle. Bis in die zweite Jännerdekade hinein bleibt es bei einer milden, allenfalls nasskalten, aber nicht frostigen Westwetterlage. Und ab Feber macht sich bereits wieder der erhöhte Sonnenstand bemerkbar, das ist dann nur noch Gaatsch.

    Stürme wären allerdings auch sehr genial und abwechslungsreich.

    Gruß

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  8. @Felix... Guter Typ-3.5-4 Kommentar :D

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Da kenntat ja jeder kumman ...! Dennoch ... Hier ist Platz dafür :) !