Montag, 22. November 2010

Bacherlwarm oder Schneeschub ? Warum Grenzwetterlagen nervig sind..

Hallo,

fix ist eines, wir befinden uns jetzt im direkten Marsch in Richtung der winterlichsten Woche seit dem Ende des letzten Winters ;) Die Lage:


(Klick mich, sonst siehst du nix)


Das ehemalige Mittelmeertief ist wie letzte Woche versprochen gerade am Sprung über die Alpen und wird sich im Gegensatz zu den Prognosen der letzten Woche Richtung Polen noch sehr kräftig entwickeln und zum Sturmtief über der Ostsee mutieren. Ein etwas verhatschtes VB-Tief also. (Verhatscht aufgrund des sehr westlichen Kerndurchgangs). An seiner Rückseite wird dann ab morgen sukzessive Kaltluft aus Nordwesten einsickern, am Mittwoch Abend erreicht die potentielle Schneefallgrenze das Flachland.

Die ist sehr potentiell, da Österreich genau zwischen 2 sehr wetteraktiven Systemen, nämlich dem Ostseetief und einer Tiefdruckzone über dem Mittelmeer genau im wettertechnischen Ruhebereich liegen wird.


da fallen an der Alpennordseite ein paar Flankerln, vielleicht verirren sich sich abzählbar viele Flocken auch ins Flachland (etwa 1 Flocke pro 1000m³ und Stunde), der große Wurf ist das aber sicher nicht.

Etwas Schneefallpotential besteht dann an den kommenden Tagen (Freitag,Samstag) weil es so zu sein scheint dass der Alpenraum in den Zentralbereich des Troges kommt, das ist der Bereich mit der kältesten Höhenluft und sich deshalb aufgrund der Labilität ein paar mehr Schneeschauer bilden können. Fronten, uns solche bräuchte man in den meisten Regionen für kräftigere Schneefälle, sind aber außerhalb jeder Reichweite. Wir nennen das Kaltluftsumpf oder verkürzt: Sumpflage.

Auch mit den jetzigen Vorhersagen kann nicht ausgemacht werden, in welche Richtung die Großwetterlage ab Sonntag umschlägt. Es ist wahrscheinlich, dass sich dann eines der Systeme über dem Mittelatlantik (deswegen hab ich im Satellitenbild auch die Frontensysteme dieser eingezeichnet) mit dem Trog über Mitteleuropa koppelt, zum Beispiel in dieser Weise:




Das wäre die Variante, dass sich nun ein sehr scharfe, weitgehend warmaktive Frontalzone zonal über dem Mittelmeer bildet und langsam von Süden her gegen die Alpen rückt, wobei eine Überquerung der Alpen und damit eine deutliche Erwärmung möglich ist, es kann aber auch sein, dass die Überquerung nicht geschafft wird, dann wäre das ein Flockenzauber...

Die Kopplung kann aber auch anders verlaufen, wie uns der vorherige 18Z des GFS zeigt..


Hier fand die Kopplung deutlich weiter im Westen statt, mit dem Resultat dass sich vorderseitig des erstarkenden Tiefs vor Spanien Warmluft auf breiter Bahn über ganz Mitteleuropa schiebt, und Schnee im Zuge des Warmfrontdurchzuges alsbald in Regen und gefrierenden Regen übergehen würde.

Die Feineinstellung dieser Kopplung, und das denke kann man als Schlußfolgerung durchaus ableiten, ist also sehr sensibel und entscheidend dafür, ob eine Grenzwetterlage mit Schneefallpotential für weite Teile Mitteleuropas ansteht, oder ab eine Warmfront aus Süden den Winter auf absehbare Zeit aus unseren Breiten vertreiben würde. Varianten dazwischen kann ich mir kaum vorstellen. Also: Bitte warten.

Lg

Manfred

PS, weils so lustig ist, Österreichs beliebteste Online-Nachrichtenplattform, durch GIS und den Bund finanziert strotzt wieder vor Kompetenz, in dem QANTAS nun zu einer amerikanischen Fluglinie wird....

Kommentare:

  1. Hi Manfred.
    Danke sehr schön für die wie immer sehr ausführliche Erklärung der Wettersituation für diese Woche. Mit Spannung beobachte ich was sich am Wochenende und danach anbahnt. Ich sehe schon jetzt, dass wir die sehr warme Variante kriegen und schnell wird es mit dem ersten Wintereinbruch vorbei. Ich bin kein Fan von diser Variante, aber anders kann ich es mir auch nicht vorstellen. Die Modelle schwanken extrem stark. Mal sehen ob du uns am Dienstag und Mittwoch gute Nachrichten presentieren kannst (im Sinne von Schnee und Frost) :-)

    Lg Paul.

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  2. Danke, TOP-Analyse und Diskussion der daraus hervorgehenden Potenziale. Gerade ist der 6-er-Lauf reingekommen und setzt nach dem Wochenende auf die Hinwendung zur bacherlwarmen Grenzlage für Ösiland, im westlichen Deutschland sollte es dagegen einstweilen kalt bleiben. - UKGB schüttet die Trogreste späterhin allmählich zu und lässt den Trog wieder brav nach Nordrussland weichen, was hierzulanden einer lauen zweiten Adventswoche das Bild reden würde. Aber wir wissen ja, dass GFS-06 immer mal wieder dazu neigt, die Burgen und Schlösser eines großen Vorlaufs gründlich zu zerdeppern, nur um im anschließenden 12-er dafür wieder gründlich was auf die Mütze zu kriegen ...

    Kurzum: Nix genaues weiß man noch nicht, also gilt: Zurücklehnen und den nicht unspannenden Wetterkrimi der vor uns liegenden Adventszeit in vollen Zügen genießen ...

    Jürgen

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  3. Am Samstag könnte es einen Streifschuss im Osten geben, danach liegt Ostösterreich wohl im Niemandsland bzw. knapp warmseitig, aber das wird sicher wieder zigfach anders gerechnet. Das Wetter kommt nicht zur Ruhe, ich bin fast versucht, leider zu sagen.

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  4. zitat: wird zigfach anders gerechnet... .. richtig.. siehe 18Z ;) gut n8

    Manfred

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Da kenntat ja jeder kumman ...! Dennoch ... Hier ist Platz dafür :) !