Mittwoch, 24. November 2010

Schnee am Wochenende und zu Wochenbeginn in Österreich, Starkregen an der Adria

Hallo,

heute zum Einstand mal ein anderes Satellitenbild, nämlich ein aktuelles Bild des polarumlaufenden Satelliten der NOAA:


Es zeigt die sehr weit entwickelte Zyklone, die Österreich am Montag überquert hat und die langsame Abkühlung in Richtung Winter eingeleitet hat. Während in den österreichischen Medien über Schnee Schnee und nochmal Schnee geredet wird (Jössas na, Ende November fällt schon Schnee) hat die kommende Wetterlage ein wirkliches Potential für richtige Unwetter, aber nicht nur bei uns, sondern auch ganz wo anders.

Prekär könnte die Situation an der Adria werden, genauer gesagt an deren Ostküste. das grob aufgelöste GFS simuliert hier in den kommenden 7 Tagen teils enorme Regenmengen:

wobei die Erfahrung lehrt, dass in den Staulagen diese Mengen locker nocheinmal verdoppelt werden können. Konkret betroffen sind

Slowenien
Kroatien
Bosnien
Montenegro
Albanien
Griechenland

Die sache nimmt nicht weiter Wunder, denn in den kommenden 7 Tagen ziehen nicht weniger als 3 Tiefs über die Region, und jedes bringt an seiner Vorderseite den regenbringenden JUGO, also den warmen Südwind, mit sich...

Tief 1



Tief 2:




Tief 3:



Dabei ist es nicht so, als wären das die ersten Starkregentiefs z.B über Montengro in diesem Herbst, ich hab im Oktober schon bei 5 zu zählen aufgehört.

Damit gehen wir in die Prognose bzw. die Konkretisierung der Grenzwetterlage, die sich ab Sonntag Abend bei uns einstellt.

Ein Wort noch zum Samstag: Ein eher harmloses Tief über der nördlichen Adria wird wahrscheinlich in der ersten Tageshälfte weite Teile des Südens und Ostens mit Schneeflocken entzücken, die sogar  auch in den tiefsten Lagen liegen bleiben könnten ! (Die Hausmeister wird das weniger freuen ;)

Wie es dann von Sonntag bis Dienstag weiter geht ist nun schon um einiges konkreter als noch gestern. Die großen 2, also ECMWF und GFS fahren nun eine Linie, die sich als ähnlich beschreiben lässt, zur Demonstration verwende ich heute das ECMWF.


Am Samstag erfolgt ja, wie gestern beschrieben, die Kopplung eines Atlantiktiefs mit dem Westeuropa-Trog. Die sich intensivierende Zyklone zieht bis in die Nacht auf Sonntag dabei nach Marokko, und bewegt sich ab dann behende nach Nordosten, also in Richtung Alpen.



In der Nacht auf Montag liegt sie dabei knapp südlich von Österreich über der Bucht von Koper, die Warmfront an ihrer Vorderseite kommt dabei dem Osten und Südosten Österreichs verdächtig nahe. Ein wahrscheinlicher Wetterablauf wäre, dass am Sonntag Abend bzw. in der Nacht auf Montag in weiten Teilen Österreichs Schneefall einsetzt, der Schnee bleibt auch überall liegen. In den frühen Morgenstunden am Montag kann das ganze aber vor allem im Osten und Südosten auch in Schneeregen und Regen übergehen.

Bis in die Nacht auf Dienstag verlagert sich das Tief rasch weiter nach Nordosten, wir kommen in die herumgeführte Kaltluft aus Westen, die Aufgleitvorgänge enden, dabei ist es mäßig kalt, in den Niederungen aber mit leichtem Tauwetter.

Soweit die für mich plausibelste Variante, die nach GFS und EZ gemeinsam vertretbar wäre. Lokal große Mengen vor allem im Süden sind dabei durchaus möglich, jetzt aber noch nicht genauer festzumachen, da es letztendlich von der Feineinstellung abhängen wird ob es an Ort X (jener liegt in Kärnten) 10 oder 100cm schneien wird.

Lg

Manfred

Kommentare:

  1. Mit Spannung habe ich deine Analyse des bevorstehenden Schneefallereignisses erwartet. Fein und ausführlich wie immer. :)
    Das Chaos am Montagmorgen im Straßenverkehr scheint nach derzeitigem Stand der Dinge vorprogrammiert, aber mal sehen, was dann tatsächlich kommt an Kälte und Niederschlag.
    Servus aus dem seit gestern windig-sonnigen Wien,
    Michaela

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Michaela,

    wenn ich meinen Blogpost so lese, bin ich mir meiner Prognose vielleicht im Ausdruck zu sicher, denn es könnte auch wiederum nur Zufall sein, dass GFS und EZ so ziemlich das selbe zeigen ... Dir muss ich ja nicht erklären, dass da 100, 150km auf und ab in der Zugbahn noch so Einiges an Spielraum lassen... jedenfalls ist es konkreter geworden, was sich abspielt und an die Frankreichzyklone glaub ich nimmer :)

    Lg

    Manfred

    AntwortenLöschen
  3. Servus Manfred,
    ich hab heute auch schon sehr auf Deine Analyse gewartet (gut verständlich, wie immer!), da wir ab morgen Grabearbeiten im Garten vornehmen müssen (Wasserohr).
    Es schaut aus, als würde es sehr, sehr knapp werden ...

    Gruß aus Wien-Umgebung (windig, noch sonnig),
    Sabine

    AntwortenLöschen
  4. Hi Manfred.
    Wie du schon geschrieben hast, 150 km gibt es noch Spielraum. Was ich sehe ist aber kein Schnee der im östlichen Flachland liegen bleibt.Es ist zu warm oben in 850 hPa. Mal sehen,denn jetzt habe ich den Gfs 06Z Lauf vor Augen. Rund um den Nicolaus sogar schon +10 in 850 hPa. So warm im Dezember ist es nicht jedes Jahr. Ich weiss, dass es zu weit ist, aber der Trend ist eindeutig richtung warm oder wärmer anstatt kälter. Wenn wir richtige Kälte und Schnee erleben wollen dann schnell nach Kanada. Derzeit ist dort der Wintereinbruch brutal.

    AntwortenLöschen
  5. Hallo Paul,

    im Osten darf man schon froh sein, wenn der Gatsch ein paar Stunden liegenbleibt ;) Mit Liegenbleiben meine ich dass man vorübergehend das Alltagsgrau und -braun in durchbrochenes weiß getaucht sehen wird. Und ad 06Z... 12° in 850 sind schon erstaunlich.. Allerdings haben Modelle im Bereich jenseits der 144h schon oft viel Fantasie bewiesen ;) Mit dem Hang zur kindlichen Übertreibung. .. (Mein Papa ist 1000 Jahre alt)

    Lg

    Manfred

    AntwortenLöschen
  6. Solange im Wienerwald und Semmering-Wechsel genügend liegenbleibt, darf es mainzwegen im Wiener Becken dahinschmelzen wie Margarine in der Abendsonne.

    Gruß,Felix

    AntwortenLöschen

Da kenntat ja jeder kumman ...! Dennoch ... Hier ist Platz dafür :) !