Samstag, 11. Dezember 2010

Knackige 3. Adventswoche und Zutaten für die nächste Grenzwetterlage

Hallo,

wieder in heimatlichen Gefilden setzt ich dort an, wo ich letztens quasi aufgehört habe, nicht aber ohne die derzeit spannende, wenn auch im Flachland gatschige aktuelle Situation zu rekapitulieren:







In den letzten Stunden hat uns eine Warmfront von Nordwesten her überquert, jetzt fließt bereits kaum merklich hinter einer schwachen Kaltfront etwas kühlere Luft ein, die wahre Kaltluftmasse lauert aber (ich hoffe die Pfeilfarben sind selbsterklärend) noch weit im Norden und wird uns erst ab Sonntag Nachmittag erwischen.

Plausibilisert werden die verschiedenen Luftmassen durch die aktuellen Felder der ÄquiPot in 850 hPa:


Im Bereich dieser doch recht markanten Frontalzone pfeift in der Höhe ein ausgeprägter Jet über unsere Köpfe:



An seiner linken Seite gelegen erfährt die Front teils ordentliche PVA, was die verbreiteten Niederschläge ganz gut erklärt.

Die Entwicklung bis Montag lässt sich ganz gut am Loop der Äquipot in 850 erklären:


Man sieht, wie nach dem kurzen milden Intermezzo bis morgen Mittag von Norden her die Kernluftmasse des Troges wieder die Alpen überflutet. Niederschläge mit diesem Luftmassenwachsel, genauso wie Niederschläge bis morgen Mittag fallen in der Hauptsache an der Alpennordseite, wobei ab morgen Mittag das Wort Schneefallgrenze im Alpenraum keine besondere Bedeutung mehr hat.

Die Kälte und ein paar Schneeflocken bleiben uns also bis auf weiteres erhalten, Zeit den Blick auf größere Skalen zu werfen:



Am Mittwoch, wenn Europa noch unter einem kalten Höhentief liegt, zeichnet sich ein nächster Trogausbruch weit im Norden ab, der direkt nach Süden, gegen die Britischen Inseln gerichtet ist, wo bis Samstag das Zentrum eines ausgedehnten, frischen Kaltluftkörpers zu liegen kommt (Für die Briten geht der Rekordwinter also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in die Verlängerung)


Ein Blick auf die Nordhemisphärische Zirkulation zu diesem Zeitpunkt:



Der Polarwirbel ist zu diesem Zeitpunkt extrem gestört, ein kräftiger Hochdruckkeil reicht vom Mittelatlankik über Grönland und Labrador hinweg bis auf die andere Seite der Hemisphäre, nach Ostasien und zu den Aleuten. Man kann hier schon von einem Bruch des Wirbels sprechen. Die einfachste Schlußfolgerung ist , dass wir uns typische Westlagen  auch in diesem Jahr noch bis auf weiteres abschminken können, obwohl sie mir zugegegebendermaßen langsam abgehen.

Bevorzugt wird hingegen eine Wetterlage über Europa die wir nur zu gut aus den letzten Wochen kennen, die südwest-nordostorientierte Grenzwetterlage, der Kampf zwischen subtropischen und polaren Luftmassen irgendwo zwischen Oslo und Mailand... Zwar wird diese Grenzwetterlage Richtung Weihnachten in Ez und GFS als solche einhellig simuliert, so bleibt doch noch einige Tage im Dunkeln, wo sich die Grenzen befinden werden...

Derweilen einen schön matschigen Samstag

Lg

Manfred
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