Donnerstag, 16. Dezember 2010

Zwischenbilanz Dezember (+Jahr) und Schneepackerl morgen

Hallo,

zur Monatsmitte ist es vielleicht kein schlechter Zeitpunkt, um den bisherigen Verlauf dieses doch einigermaßen aussergewöhnlichen Dezembers in Bezug zu langjährigen Klimawerten zu stellen.

Die erste Karte, weniger eine Überraschung als mehr Bestätigung des eigenen Empfindes, zeigt die Abweichungen der Durchschnittstemperaturen vom Klimawert:


Die Abweichungen liegen meist zwischen 2,5 und 3,5 Kelvin (nach unten hin) dennoch sieht man gerade auch im Süden einzele Stationen mit positiven Abweichungen, zum Beispiel Bad Radkersburg. Hier waren drei Tage mit föhnigem Südwestwind und Temperaturen an die 15 Grad daran schuld.

Zudem war es vor allem im Osten schon vergleichsweise feucht, sobei so gut wie aller Niederschlag hier als Schnee gefallen ist, sonst sind die Auffälligkeiten recht beschränkt (dargestellt % des Monatsmittels)



Und auch ein paar Stunden Sonnenschein reichen im Dezember bei uns schon für Werte (dargestellt: % des mittleren Monatssumme)


Das zu Ende gehende gesamte Jahr stellt sich mit dem Stichtag heute als auffallend unauffällig dar:

Die Temperaturabweichungen nach oben und unten sind recht klein, bzw. treten pos. Abweichungen namentlich im Süden auf:


Hinweis: Die Daten sind nicht geprüft und um Lücken komplettiert (...)

Beim Niederschlag zeigt sich erneut das Bild eines deutlich zu nassen Ostens, während der Rest des Landes recht ausgeglichen bilanziert:



Und auch die Sonnenscheindauer weicht nur in geringem Maße von den Klimawerten ab:



Zwar cachiert ein Mittelwert natürlich Extreme nach unten und oben, denn so war 2010 eines der blitzreichsten Jahre in Österreich überhaupt, dennoch scheint es, als ob das Wetter seit langer Zeit nicht mehr so *normal* wie heuer war.


Ein Wort zu morgen noch:









Die kräftige Okklusion im Nordwesten wird uns in Vorarlberg und Tirol schon in der Nacht beginnend einige cm Neuschnee bringen und dann beim Überschreiten der Akpen im tagesverlauf rasch ein neues Tief südlich der Alpen ausbilden, dessen Aufgleitschrim den Süden und Osten am Nachmittag und Abend erwischen wird.



Unter PVA können dann speziell im Süden und Südosten so 20, stw. 30cm Schnee fallen, nach Norden hin entsprechend weniger, aber auch ganz im Nordosten sind noch 5-10cm denkbar... hier in der Simulation:





Der Wind sollte diesmal nicht mehr die große Rolle spielen, sodass wir uns auf ein flauschiges, ebenes Schneedeckerl freuen können. Ah, ja, Schneefallgrenze ist nirgends ein Thema...


Lg

Manfred

Kommentare:

  1. hallo bei einem der letzten kommentare hattest du ein höhentief erwähnt wie soll man sich das vorstellen? wie wirkt sich so was aufs wettergeschehen aus?

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  2. Danke für die schöne Zusammenstellung! Sehr beeindruckend, wie sich die paar Tage mit Jauk in Bad Radkersburg gleich in der Monatsmitteltemperatur niederschlagen, und generell wie schnell der warme Südwestwind dort durchgreift. Vielleicht passiert ja in den Tagen vor Weihnachten nochmals eine solche Episode...

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  3. hi anonym ;)

    Ein Höhentief ist ersteinmal für den Sprachwissenschaftler ein Widerspruch in sich. Da Meteorologen aber Naturwissenschaftler sind, scheren wir uns darum nicht ;)

    Tiefs sind 3Dimensionale Gebilde, das heißt sie sind meist nicht nur am Boden, sondern auch in den höheren Atmosphärenschichten erkennbar.

    Bei sehr alten Tiefs geht der Fingerabdruck in Bodennähe manchmal schon verloren (kein Druckminimum mehr erkennbar), während man in der höheren Atmosphäre, so in 4000-9000m das Tief noch erkennen kann. Das meinte ich damit, denn ein solches des Bodentiefs beraubtes Höhentief kann auch noch wetteraktiv sein ;)

    @Georg: Nennt man das dort wirklich noch Jauk, oder muss man korrekterweise nach einem Slowenischen Namen suchen ? Denn das auslösende Gebirge war nur unterm Kaiser noch bei *uns* ;)

    Lg

    Manfred

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Da kenntat ja jeder kumman ...! Dennoch ... Hier ist Platz dafür :) !