Samstag, 18. Dezember 2010

Spannung am Heiligen Abend ?

Hallo,

freundlicherweis kristallisiert sich aus der Zusammenschau der Modelle allmählich ein etwas handfesterer Trend für den Wetterablauf in der kommenden Woche heraus, sodaß man nicht mehr allein auf Bauchgefühl und Spekulation angewiesen ist.


Die erste Sache: Dass sich um die Wochenmitte Tauwetter allmählich auch in den Niederungen und Tälern durchsetzt, halte ich für mittlerweile recht sicher. Warum ? Nun, man könnte auf Basis der derzeitigen Schneelage und der tiefen Temperaturen davon ausgehen, dass sich großteils eine dicke und zähe Inversion bilden wird, die den Boden vollkommen von der Höhe abkoppelt. Würde das so sein, könnte es nächste Woche in der Höhe 10 oder 15 Grad haben, es würde unten frostig bleiben.  Die Inversion ist aber das *Problem*, die erhält in der Nacht auf Montag einen herben Schlag:




Man sieht, dass ausgehend von einem nördlich durchziehenden Tief eine Kaltfront die Alpennordseite entlangschleift und der Wind teilweise auf West dreht. Kaltfronten sind der Todfeind von Inversionen, da sie die Stabilität heruntersetzen und so eine turbulente Erosion wahrscheinlicher machen. Ich gehe davon aus, dass die Inversion nicht vollständig ausgeräumt wird, aber in ihrer Mächtigkeit doch deutliche Einbußen erleidet und nur noch *flach* überleben wird.


Schlag 2 von 3 in Richtung Tauwetter: Am Dienstag steigen mit der rückdrehenden Strömung die Höhentemperaturen deutlich an:

und da die Inversion nur noch recht schwach ist, wird es auch bodennah milde Luft schon teilweise in den Osten und Südosten schaffen, während inneralpin und im Alpenvorland der Föhn an den Kaltluftseen zu nagen beginnt, was sich bis zum Mittwoch hin noch steigert:


Wichtig an dieser Karte ist auch die Position der Tiefdruckrinne. Es ist davon auszugehen, dass bei dieser Konstellation die bodennahe Frostluft auch in weiten Teilen Deutschlands und Polens vertrieben wird, was für die Entwicklung zum Freitag hin von Bedeutung ist...






Es zeichnet sich in EZ und GFS ab, dass Richtung Heiliger Abend sich die Tiefruckrinne von Westeuropa kommend über Österreich legen wird und später noch weiter nach Osten zieht, sodass von Nordwesten her polare Kaltluft zu uns kommt. Wäre es so, dass sich sich während der milden Periode von Dienstag bis Donnerstag die Frostluft noch über Deutschland und Polen gehalten hätte, würde diese mit Winddrehung auf Nordwest am Heiligen Abend recht rasch auch wieder Österreich überfluten. Durch deren Absenz geht die Abkühlung aber allmählicher, sodass man gerade im östlichen Flachland mit einem sehr zögerlichen Übergang des Regens in Schneefall ausgehen muss, während natürlich in mittleren Lagen und auch generell im Westen die Entwicklung einen *Traum* von weißen Weihnachten darstellt.

Nun gut, das Timing dieses Tiefs und dessen genaue Position ist noch nicht fix, ist ja auch noch etwas hin, man kann aber schon jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass die Meteorologen dieses Landes Richtung Weihnachten Einiges zu tun haben werden.


Schönen Samstag

Lg

Manfred

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