Montag, 28. Februar 2011

Downstream-Development und März"winter" ?

Hallo,

unspektakulär und gewohnt sumpfig verabschiedet sich der Winter heute aus dem Kalender Meteorologen:


Ein ausgedehnter Tiefdruckkomplex über dem zentralen und westlichen Mittelmeer streift den Westen und Südwesten nur am Rande, der Atlantik hält sich vornehm zurück. Das Zentraltief westlich von Island steuert mit seinem Kern nach Norden, die Warmluftadvektion an seiner Vorderseite baut einen kräftigen Hochdruckkeil auf, der sich zur Wochenmitte vom Mittelatlantik bis nach Nordosteuropa erstrecken wird:



Sieht auf den ersten Blick langweilig aus.. ist es auch. aber vielleicht nicht so langweilig für den Synoptiker... anhand dieser Situation kann man sehr schön das so genannte Downstream-Development begrifflich erklären, das bei der richtigen Konstellation, einer die dieser ähnlich ist, massive Trogausbrüche nach Mitteleuropa bewirken kann.

lasset mich analysieren. Interessant ist die Frontalzone von der Ostküste Kanadas über Island bis hinein nach Norwegen und Schweden. Sie ist Ost-West gerichtet und weist einige kurze Wellen (Tröge und Keile) auf.

Der erste Trog (der im Bild oben vor Skandinavien liegt, verpufft bis Donnerstag im russischen Kaltluftsumpf:




... die Frontalzone geht am Donnerstag glatt von Labrador bis Skandinavien durch. Vor Kanada ganz am linken Bildrand ergeben sich erneut gute Bedingungen für eine Zyklogenese , erkennbar an einem flachen Bodentief unter der kräftigen Frontalzone..)


24 Stunden später hat es bereits weit entwickelt, transportiert an seiner Vorderseite Warmluft Richtung Island und wölbt in der Höhenströmung einen kräftigen Keil auf. An der Keilvorderseite dreht die Strömung durch die Aufwölbung von West auf Nordwest und sorgt dafür, dass die Kaltluft des Troges über Skandinavien nach Süden vorankommt...



und letztendlich auch nach Zentral (und Osteuropa) vordringen würde.

Freilich, nach GFS bleibt es ein Streifschuß, der Trogvorstoss, durch das Downstream-Development ausgelöst erwischt im Modell den Alpenraum nur am Rande. Gehen die Entwicklung 500km weiter im Westen von Statten, werden wir voll erwischt. Ist noch nicht so recht festzumachen.. sind aber noch ein paar tage Zeit bis dahin.

Es bleibt wohl bei einem Potential, aber die Konfiguration Mitte der Woche birgt die Gefahr/Chance solche polaren Kaltluftausbrüche nach Mitteleuropa eher zu fördern als zu behindern, diplomatisch ausgedrückt.

Und, was noch zu erwähnen ist, diese Sache mit der nördlichen Frontalzone über dem Atlantik hat eine gewisse Erhaltungsneigung. Selbst wenn der erste *Angriff* am Wochenende schief geht, besteht eine nicht zu neglegierende Wahrscheinlichkeit, dass ein paar Tage  der nächste Trog in ähnlicher Konfiguration am Nordatlantik mehr Erfolg hat.

Schaun wir mal... sieht insgesamt deutlich dynamischer als das aus, was wir über die letzten Wochen im obigen Ausschnitt gesehen haben.

Lg

Manfred

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