Montag, 21. Februar 2011

Schneehauberl im Westen und Spannung zur Wochenmitte

Hallo,

das vorgestern erwähnte Schneefallereignis im Westen ist nun eingetreten. Zwar spielen sich keine besonderen Dramen ab, für einige cm Neuschnee hat es aber stellenweise doch gereicht, was gerade in diesem Februar 2010 überhaupt nicht selbstverständlich ist.  Zu Anfang möchte ich insbesondere auf die berechtigten Einwürfe meines Kollegen Felix (siehe Kommentarsektion des letzten Postings..) eingehen, ob es denn überall wirklich mit Schnee losgehen würde. Ich hatte das im Kommentar auf den Kommenar für das Rheintal relativiert.... schaun wir uns an was wirklich passiert ist.

In Bregenz hat es wirklich mit Regen begonnen und es bleib auch einige Zeit Regen, bis der Niederschlag in Schneefall überging:




In Innsbruck war hingegen nicht viel Zeit für die Tropfen, nach einem doch beachtlichen Tagesmaximum von mehr als 6 Grad kühlte es vor dem Eintreffen des Niederschlages rasch ab, sodass alsbald schon am Abend die Flocken rieselten, erst batzert, dann trocken und pulvrig:



Man sieht die (Niederschlags)Abkühlung im Vergleich der Radiosondenaufsteige zwischen Sonntag Früh und Montag Früh ganz gut:





Im Osten war von all dem nichts zu merken, mit auffrischendem Wind aus Nord bis Nordost sickerte trockene, kontinentale Kaltluft ein, die die Werte bis jetzt auf minus 9 Grad sinken ließ:






soweit, so gut. Der leichte bis mäßige Schneefall im Westen wird noch ein Zeiterl andauern, sodass der Eindruck der Jahreszeit seit langem endlich wieder einmal entsprechen wird. Bevor ich darauf eingehe, dass im Westen noch mehr Flocken zusammen könnten, gehen wir nach Südosten zur unlustigen Seite eines kontinentalen Kaltluftvorstosses... nach Kroatien. Dort hat sich eine klassische Bora-Situation an der Küste von Primorje und dem nördlichen Dalmatien eingestellt.



Dabei treffen 2 Dinge zusammen: Zum einen ein saugendes Bodentief über Sizilien, zum anderen erreicht die herumgeführte Kaltluft aus Österreich und Ungarn nun auch das Hinterland des Küstengebirges, füllt die Becken allmählich auf, solange bis die Kaltluft erst über die Scharten und Einschnitte, dann über den ganzen Gebirgskamm schwappt und katabatisch beschleunigt wird. Böen über 100 km/h bei unerfreulichen Temperaturen werden da nicht ausbleiben. jedenfalls hat diese Landschaft bei Bora im Winter nichts vom vom Mediterranen und lieblichen Flair in den Frühjahrs- und Sommermonaten.


Und zu guter letzt zur Wochenmitte. Ja, die atlantische Warmluft kommt zum Donnerstag.. allerdings anders als geplant...




Eine warmaktive atlantische Front, eingebettet in eine Keilvorderseitige Nordströmung erreicht Westösterreich. Diese Situation bringt klassischerweise ergiebigere Schneefälle an der Alpennordseite.... so auch in der jetztigen Simulation:



Nur hat die Sache einen Haken: In der Höhenströmung sieht man einen kleinen kurzwellentrog nördlich Österreich:



der fafür sorgt, dass die Front bis zum Freitag wieder retrograd, also kaltkativ nach Westen abwandert.. ganz gemächlich...




.. und das bei lokal andauerenden Niederschlagen, meist in Form von Schnee. In weiterer Folge weicht der Kaltluftkörper im Osten nur sehr langsam. bzw. im Bereich der Spekulation.

So eine Entwicklung könnte für ein etwas nachhaltigeres Schneehauberl, so etwa zwischen Schoppernau und Salzburg sorgen. Mal schauen, wann sich die Position der LMG etwas dingfester machen lässt.

Lg

Manfred

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