Freitag, 22. Januar 2010

Umstellung auf West bis Nordwest ist wahrscheinlich

Hallo,

also so lange habe ich für Posting bis jetzt noch nie Karten und Modelle inspiziert. Ich wollte aber endlich einmal seit langem zu einer relativ klaren Aussage kommen, ich hoffe das gelingt mir :-)

Es gibt einen Umstand, den man als Aussenstehender als pervers ansehen kann. Die 3 tagesprognose ist irgendwie unsicherer als die 7-tagesprognose --

Was zu Beginn der kommenden Woche bei uns in Österreich passiert, ist einigermassen unsicher. Der Trog, der uns am Wochenende aus Nordwesten näherkommt hat eine ziemlich kleine Wellenlänge und dem ensprechend ist die Variation gross: Im GFS geht er von den Britischen Inseln runter nach Spanien und betrifft uns so gut wie gar nicht (den Montags-Schnee könnten wir uns somit in die Haare schmieren).

Im EZ geht er zwar zuerst auch nach Süden, an Österreich vorbei, ginge aber dann im Gegensatz zum GFS eine Allianz mit der über Nordosteuropa verblieben Kaltluft ein, was zu einem umfangreichen Höhentiefgebilde quer über Mitteleuropa führen würde. (Bedeutet wohl etwas Schneefall in der ersten Wochenhälfte)

Dennoch, und damit zu den sichereren Dingen. Was über dem Nordmeer geschieht, ist vom dem Troggeplänkel über Mitteleuropa ziemlich unabhängig. Was auch immer geschieht, der gestern angesprochene Kältepol zwischen Kanada und Grönland wandert weiter nach Osten und die Frontalzone liegt hierbei verdammt weit nördlich für die Jahreszeit. Soll heissen: sehr weit im Norden gibt es Warmluft und Kaltluft auf engem Raum nebeneinander, das heisst sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten für starke Zyklonen sehr hoch oben im Norden. Schon allein aus logischen Überlegungen kann man sagen, dass Kaltluftausbrüche, die so weit im Norden ansetzen tendenziell nicht nach Osten, sondern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nach Süden gerichtet sind.

Im GFS bildet sich eine entsprechende Orkanzyklone am Montag bzw Dienstag bei Spitzbergen. Das ist eine Position für den Juli, aber sicher nicht für den Jänner... der Kaltluftstrom dieser Zyklone ist nach Südosten, also Richtung Europa gerichtet und bei uns würde sich das Ei ab, na ja, sagen wir Donnerstag, bemerkbar machen.

Im EZ geschieht das ganze etwas anders, aber auch hier würde ab Samstag eine Umstellung auf Nordwest mit einem Vorstoss polarer Kaltluft ins Haus stehen.

Was ich mir denke:

Wir wissen ganz gut, was grossräumig passieren wird und ab wann und vor allem wie so die Großwetterlage (nachhaltig ??) kippen wird. (Felix hat diese Vermutung schon vor ein paar Tagen zaghaft geäussert..)

Wir haben aber keinen Tau, was dazwischen im Detail geschehen wird, weil die beteiligten Systeme zu klein und zu unberechenbar sind. Auf die langen Wellen, die unsere Grosswetterlagen auf einer kontinentalen Skala prägen, hat das aber einen verschwindend geringen Einfluss....

In den Niederungen und da vor allem im Osten bleibt es egal ob GFS oder EZ die Lage für den Beginn der Woche besser erfassen, kalt und frostig.

Die Umstellung zum Ende der Woche auf Nordwest bringt (brächte) eine Milderung in den Niederungen und drastische Abkühlung auf den Bergen, aber auch diese Lage wäre eine typische Hochwinterlage und wenn sie länger anhält, kommen Kälte und Schnee auch in die Niederungen zurück.. jedenfalls bislang ein für mich bemerkenswert winterlicher Winter.

Fix ist ist das natürlich nicht, aber für mich und mein Bauchgefühl als Aussage gut vertretbar. Wär ja fad, würde man sich stets auf die sicheren Dinge zurückziehen und sich dann dauernd selbst auf die Schulter klopfen. Es wird für mich eh wieder Zeit für einen ordentlichen Einfahrer ....

Ich kann mir das ganze nexte Woche ja live ansehen, wenn ich ab Dienstag wieder in Wien weile.

Lg

Manfred

Kommentare:

  1. Das Damoklesschwert ist nah.

    Die EZ-EPS-Läufe als auch die anderen Läufe deuten an, dass der Kaltluftvorstoß auch zu weit westlich kommen könnte, dann würde der Ostalpenraum erneut im Niemandsland liegen. Der Februarschnee ist also (leider) keineswegs gesichert, jedenfalls nicht für Westösterreich.

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  2. kann ich mir nicht vorstellen@ felix

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  3. Ich mir schon @anonym, denn ich habe Zugriff auf die EZMWF-EPS-Produkte und die Standardabweichung bei dem Trogvorstoß kommende Woche ist von der Ostsee bis zur Biskaya beträchtlich, sprich, der Trog kann auch weiter westlich vorstoßen, dann gerät Österreich (wieder) auf die Trogvorderseite. Ebenso kann es so wie bei GFS 6z laufen, d.h. ein Randtrog schmuggelt sich an die Westflanke des Langwellentrogs, und dann ist der Nordstau ebenfalls weg (da zu viel West unterhalb Kammniveau).

    Das alles ist keineswegs in "weißen" Tüchern - die Umstellung zweifellos schon, die EZ-ENS zeigen großräumig die geringste Standardabweichung, was das Zentrum des Langwellenkeils auf dem Ostatlantik betrifft. Nur die Ausdehnung nach Osten bleibt eben unsicher.

    Gruß,
    FW

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  4. ano = ich :-) und ich hab gottvertrauen ;) als agnostiker is das aber ein bissl bled...

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  5. He, Du Scherzkeks ;)

    Ich versuche nur realistisch zu sein. Die Erwartungen sind ja (nicht nur von mir) immens hoch an die Umstellung, angesichts der derzeitigen Schneeverhältnisse, die ein wenig an den Winter 1964 erinnern (Winterspiele Innsbruck Ende Jänner/Anfang Feber).

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  6. ich nix scherzkeks ;) mir ist schon klar, was alles passieren kann, vor allem mit den depperten kurzwellentrögen, dennoch kann man sich auf jene linie setzen, was *normalerweise* passieren würde... anyway, ich werds ja sehen ..
    lg

    m.

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Da kenntat ja jeder kumman ...! Dennoch ... Hier ist Platz dafür :) !