Donnerstag, 21. Januar 2010

Viel Unsicherheit in den nächsten 7-10 Tagen

Hallo,

die Großwetterlage, die sich einstellt, bereitet mir gehöriges Kopfzerbrechen (wahrscheinlich anderen Meteorologen auch, die geben es aber vielleicht zu).

Zur Ausgangslage: Die Zirkulation über dem Europäischen Bereich der Nordhemsiphäre steuert auf einen Zustand der extremen Störung im vergleich zu zonalen Lagen (Westwindlagen) zu.



 


Wir erkennen in der Nordhemsiphäre ganz deutllich die Ausbildung von 2 massiven Kaltluftzentren, die die Steuerung der Bildung der wetterentscheidenden Hochs und Tiefs steuert. Über dem Nordpol gibt es eine Schwächezone der Kaltluft, ich würde das einen ziemlich verhatschten Polarwirbelsplit nennen, ein extrem kaltes Tief liegt über Ostasien, ein weiteres markantes zwischen Grönland und Kanada. Diese Konstallation, in Zusammenhang mit dem nicht so spektakulären, aber ziemlich elongierten Trog südostlich von uns, der von Nordafrika über das Mittelmeer, das Schwarze Meer bis weit hinein nach Russland verläuft, bewirkt, dass das Westsibirienhoch an dessen Nordflanke in den nächsten Tagen nach Westen hin, nach Skandinavien wandert und sich massiv verstärkt.

Für uns bedeutet das den Transport kalter Kontinentalluft aus Osten zu uns. Zum anderen, und das ist die Rolle des Kältepols da bei Grönland, steuert dieser Tiefs Richtung Ostatlantik. Das starke Skandinavienhoch können sie aber nicht verdrängen, deswegen tauchen sie nach Südosten Richtung Mittelmeer unter dem Hoch durch ab. Das spiegelt sich in den Modellen für Sonntag in einem ziemlichen durcheinder der Drucksysteme über Mitteleuropa ab, eine für mich ziemlich irreale, weil selten gesehene Situation.

Fest steht: Das Hoch zieht weiter nach Westen und am Sonntag/Montag wird sich der Atlantik oberhalb der kontinentalen Kaltluft mit milderer und feuchterer Luft und Schneefall irgendwo in Österreich einmischen.

Für die weitere Entwicklung gibt es folgende Möglichkeiten:

Das Hoch bleibt über Skandinavien ortsfest und wir bleiben über Tage hin in dem Zustrom bodennaher Kaluft aus Ost bis Südost.

Das Hoch baut sich langsam ab und macht Tiefs aus Westen und Norden Platz, der Atlantik würde sich dabei Ende des Monats mit einer West-Nordwestlage und Schneefall an der Alpennordseite, aber genereller Milderung zu Wort melden (das erste Mal seit laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanger Zeit). Das wäre wiederum die aktuelle GFS-Simulation ....

Zur aktuellen Entwicklung: Es flankerlt im Osten und schneit ganz im Westen. Im Osten zeichnet sich ein kleiner Kaltlufttropfen dafür verantwortlich, in Vorarlberg der Ausläufer einer atlantischen Front, wie schon vorgestern angekündigt. V.a in Vorarlberg können da schon einige cm runterkommen, wenngleich es im Rheintal im Tagesverlauf mit etwas Westwind wahrscheinlich über 0 Grad gehen wird.  Im Osten werden nur ein paar cm, wenn überhaupt zusammenkommen, hier bleibt es aber mit der bodennahen Kaltluftadvektion tagsüber knackig frisch.

Am Freitag dann letzte Flocken im Westen, trocken im Osten. Hier bleibts wahrscheinlich auch meist trüb, sonst kanns aufhellen.

Am Samstag dann im Osten weiterhin trüb und kalt, im Westen und auf den Bergen mehr Sonne und vor allem in der Höhe deutliche Milderung. Im Westen kann auch stellenweise etwas Föhn zupfen.

Am Sonntag dann die angesprochene Einmischung des Atlantiks, da erwischt uns die Okklusion eines nach Südosten abtauchenden Tiefs. Im Tagesverlauf im Westen wahrscheinlich etwas Schneefall, in den tiefsten Tälern womöglich auch Schneeregen und Regentropfen, zum Montag hin erwischt die Gschicht auch den Osten, hier bleibts bei Schneefall.

Zum Dienstag hin gehts dann wirklich in die oben angesprochene Spekulation ....


Lg

Manfred

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